Metro fährt mit W.E.B-Windstrom. Windräder in Tortefontaine liefern Strom für 12.000 Haushalte. Auch die Pariser U-Bahn bezieht W.E.B-Strom.

Von Verena Huber. Erstellt am 15. September 2021 (04:30)
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WEB-Vorstand Frank Dumeier, Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf, der französische Botschafter Gilles Pécout und WEB-Finanzvorstand Michael Trcka bei der symbolischen Eröffnung.
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Der Windpark in der rund 1.300 Kilometer entfernten französischen Gemeinde Tortefontaine, Nähe des Ärmelkanals, wurde vergangenes Jahr fertiggestellt und in Betrieb genommen. Eingeweiht wurde das Projekt der W.E.B Windkraft AG mit Sitz in Pfaffenschlag wegen Corona aber erst jetzt. Am Freitag findet die Eröffnung vor Ort statt - die NÖ-Politik werde aber - trotz Verschiebung - nur via Videobotschaft dabei sein.

Neben den fünf Windrädern war das heimische Unternehmen auch für die Errichtung eines Umspannwerkes verantwortlich, um die erzeugte Windenergie ins Stromnetz einzuspeisen, betont der W.E.B-Vorstand Frank Dumeier. Die Windräder generieren dort mit 18 Megawatt Leistung den Strom für etwas mehr als 12.000 Haushalte. Investiert wurden in das Projekt rund 20 Millionen Euro. Damit hat die Waldviertler Firma bereits sechs Windparks in Frankreich errichtet. In Summe erzeugen diese genug Strom für 70.000 Haushalte. Das entspricht etwa der Stadt Linz.

Arbeitsplätze in der Region schaffen

Der erzeugte Strom wird unter anderem seit 27. Juli an die Pariser Metro verkauft. „Die Metro in Paris fährt so zusagen mit W.E.B-Strom,“ veranschaulicht das Dumeier. Während mit dem grenzüberschreitenden Projekt niederösterreichisches Know-how exportiert wird, schaffe es auch hierzulande Arbeitsplätze und trage zur Wertschöpfung bei, betont Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

Rund 120 Mitarbeiter zählt das Unternehmen in der Region, weiß W.E.B-Finanzvorstand Michael Trcka. In Bezug auf Umwelt und Klima sieht Pernkopf das als besonders erfreulich und sagt: „Wir setzten sehr stark auf Green Jobs. All das, was mit der Energiewende zu tun, hat wollen wir forcieren.“

Bei der täglichen Umsetzung der Energiewende spielen laut Pernkopf vor allem die Gemeinden und Firmen wie die W.E.B eine wichtige Rolle. Einspruch hat das Projekt laut W.E.B-Vorstand Frank Dumeier keinen bekommen. Im Sinne der Bürgerbeteiligungsgesellschaft sei die Region von Anfang an miteinbezogen worden, weshalb das 2015 begonnen Projekt in relativ kurzer Zeit umgesetzt werden konnte. Ein weiteres Projekt ist bereits geplant.

In der Nachbarschaft des eingeweihten Windparks solle bis 2024 ein weiterer entwickelt werden. Umfassen werde dieser vier Windräder, meint W.E.B-Vorstand Frank Dumeier. „Wenn wir schon einmal ein Umspannwerk bauen, dann ist es ein bisschen größer“ , sagt Dumeier und erklärt, „Wir haben dort die Kapazität für einen weiteren Windpark.“