Pfarrer: „Wenigstens einmal im Jahr niemand vergessen“. Pfarrer Josef Pichler aus Groß Siegharts im Gespräch über Allerheiligen und Allerseelen.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 28. Oktober 2020 (05:03)
Pfarrer JosefPichlerGroß Siegharts
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NÖN: Welche spirituelle Bedeutung hat Allerheiligen?

Pfarrer Josef Pichler: Es sind die Gedenktage der Heiligen und all jener, die uns vorausgegangen sind. Viele der Heiligen haben keinen eigenen Tag im Kalender. Auch an sie soll irgendwann gedacht werden. Wir beten deshalb für wirklich alle Heiligen, auch für all jene, die nie offiziell heiliggesprochen wurden. Die Anzahl der Heiligen ist wirklich groß. Erst kürzlich bin ich mit meinen Ministranten durch die Kirche gegangen, um zu schauen, wie viele Heiligenbilder und -statuen wir haben. Wir sind auf rund 40 allein in unserer Kirche gekommen. Unter hinter jedem, von Petrus über Paulus, bis hin zu unserem Pfarrpatron Johannes, stecken faszinierende Geschichten.

Und wo liegt die Bedeutung von Allerseelen?

Der Tag hat sich im Zusammenhang mit Allerheiligen entwickelt. Heutzutage werden die Feierlichkeiten oft zusammengelegt, weil der 2. November für viele ein Arbeitstag ist. Wenigstens einmal im Jahr soll wirklich niemand vergessen werden. Es gibt ja auch viele Gräber am Friedhof, die nicht mehr gepflegt werden und langsam verfallen. Auch wenn vielleicht keiner der direkten Angehörigen mehr da ist, soll auch an sie gedacht werden.

Werden heuer überhaupt Feierlichkeiten möglich sein?

Natürlich muss bei uns heuer alles in eingeschränkter Form stattfinden. Statt einem Gottesdienst wird es nur eine kurze Andacht vor dem Kriegerdenkmal geben, wo die kürzlich Verstorbenen noch einmal gewürdigt werden. Ein gemeinsamer Gang zum Friedhof wird vermutlich nicht möglich sein.