Kautzen als Pionier bei Glasfaser. Kautzen war vor fünf Jahren erste Gemeinde in Niederösterreich, die an das NÖ Glasfasernetz angeschlossen wurde. Pandemie zeigte Wichtigkeit von schnellem Internet.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 19. Juni 2021 (03:50)
Bürgermeister Manfred Wühl zeigt den Verteilerkasten, der unter anderem die Schule und das Gemeindeamt mit schnellem Breitbandinternet versorgt.
Gerald Muthsam, Gerald Muthsam

Die Gemeinde Kautzen war vor fünf Jahren die erste Gemeinde in Niederösterreich, die an das NÖ Glasfasernetz angeschlossen wurde. Als Gemeinde in der Pilotregion Zukunftsraum Thayaland war Kautzen Vorreiter und Positiv-Beispiel für viele Gemeinden, die in den folgenden Monaten und Jahren ebenfalls die Weichen in Richtung Zukunft gestellt haben und noch stellen werden.

„Ich glaube, wir haben alle in der Pandemie erkannt, wie wichtig eine schnelle und stabile Internetverbindung ist“, so Bürgermeister Manfred Wühl. „Durch meinen Freundes- und Bekanntenkreis weiß ich, dass viele Homeoffice vom Waldviertel aus machen können. Was vielleicht auch die Chance bietet in Zukunft als Wohnsitzgemeinde und auch als Arbeitsplatzgemeinde für Unternehmen attraktiv zu sein.“

Auch der Fernunterricht der Mittelschule habe dank der Breitbandverbindung sehr gut funktioniert, selbst dann noch, wenn mehrere Familienmitglieder gleichzeitig online sein mussten. „Auch auf Gemeindeebene konnte man in Verbindung bleiben. Wichtige Informationen und Besprechungen mit der Bezirkshauptmannschaft oder Landesregierung konnten schnell per Videokonferenz weitergeben bzw. abgehalten werden. So waren alle rasch auf den gleichen Informationsstand. Das war vor zwei oder drei Jahren noch nicht vorstellbar“, betont der Bürgermeister.

Von Homeoffice bis zum Online-Gaming. Homeoffice war auch für IT-Administrator Andreas Zahrl ein Thema: „In meinem Job in einem internationalen Konzern, ist es in Zeiten von Corona nicht mehr möglich, ohne Videokonferenzen oder Homeoffice zu arbeiten. Ich bin deshalb dankbar, eine schnelle und stabile Internetverbindung durch Glasfaser zu haben.“ Ähnlich sieht das auch Harald Schandl, Obmann des Kautzner E-Sport und Gaming Clans „[BaL]-Clan“, der als Verein Jugendlichen und Erwachsenen die Möglichkeit bietet, sich dem gemeinsamen Hobby Computerspiele zu widmen und sich darin miteinander zu messen: „Gerade für das Online-Gaming braucht es eine leistungsfähige digitale Infrastruktur.

Vom Glasfaserausbau hat auch die Mittelschule in der Gemeinde profitiert, in der die Schüler während der vergangenen Monate ausschließlich über digitale Lernplattformen unterrichtet werden konnten.

Die alten Schulbücher wurden fast zur Gänze durch digitale Lehrmittel ersetzt wie die Schulleiterin Helga Popp berichtet: „Die Digitalisierung macht auch vor dem Schulbereich nicht Halt. Die vergangenen Monate der Corona-Pandemie haben eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie entscheidend die digitale Infrastruktur für den Schulbetrieb sein kann und in Zukunft immer stärker sein wird.“