„Heli Dungler Siedlung": Neue Baugründe für Waidhofen. Die Gerüchteküche hielt diesmal ausnahmsweise dicht – bis am Freitag: Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte die ÖVP-IG-Koalition ein neues Siedlungsprojekt für Waidhofen vor. Mit einem prominenten Namen: „Heli Dungler Siedlung.“

Von Michael Schwab. Erstellt am 31. Juli 2020 (10:50)
Stadtrat Herbert Höpfl, Vizebürgermeister Martin Litschauer, Heli Dunglers Witwe Ioana Dungler, Tochter Nina Närr, Mutter Irmtraud Dungler, Stadträtin Marlene Lauter und Stadtrat Thomas Lebersorger vor der 1,6 Hektar großen Fläche der Heli Dungler Siedlung, wo 16 Bauplätze geschaffen werden sollen.
Michael Schwab

16 Bauplätze für Einfamilienhäuser sollen auf einem 1,6 Hektar großen Areal bei der Franz-Jonas-Siedlung entstehen. Die nötigen Flächen befanden sich schon seit vielen Jahren im Besitz der Stadtgemeinde Waidhofen, doch die Lage im HQ100-Hochwassergebiet machte eine Nutzung als Bauland bisher unmöglich. „Durch die Errichtung der Flutmulde am Manz-Areal verschob sich die HQ100 Linie, die mitten durch die Fläche lief, nach außerhalb. Dadurch wurde eine Nutzung möglich – ein positiver Effekt des Hochwasserschutzes“, erklärt Vizebürgermeister Martin Litschauer (IG Waidhofen), weshalb die Gründe jetzt wieder als Bauland attraktiv sind.

Derzeit noch Getreidefeld, aber Widmung steht

Bisher sei die Fläche landwirtschaftlich genutzt worden, aktuell befindet sich dort ein Getreidefeld. Doch eine entsprechende Widmung als Bauland gibt es bereits, und durch die Nähe zum bestehenden Siedlungsgebiet ist auch der Anschluss an die Kanal- und Wasserinfrastruktur relativ einfach herstellbar. Damit seien die zwei wesentlichen Hürden für die Aufschließung bereits aus dem Weg.

Hier soll die Siedlung entstehen (gelbe Fläche).
Stadtgemeinde Waidhofen

Aktuell werde die Parzellierung und Straßenführung ausgearbeitet, sobald dieser Pläne stehen und die Ausschreibungen starten, könne man auch den Kostenrahmen und die daraus resultierenden Bauplatzpreise nennen – derzeit gibt es dazu noch keine Angaben. Die Anbindung des neuen Siedlungsgebiets an das bestehende Straßennetz soll über die Theo-Laube-Straße erfolgten, die im Zuge dessen auch saniert werden soll.

„Wird kurzfristigen Bauzwang geben"

„In der nächsten Sitzungreihe sollen die Beschlüsse für den Straßenbau gefällt werden. Es wird heuer noch einen Termin für die verbindliche Anmeldung von Bauwerbern geben“, verspricht ÖVP-Wirtschaftsstadträtin Marlene Böhm-Lauter einen straffen Zeitplan. Läuft alles nach Plan, und spielt die Witterung mit, sollte ein Baustart für Einfamilienhäuser im Frühjahr 2021 möglich sein. „Es wird freilich einen relativ kurzfristigen Bauzwang geben. Es soll zügig gebaut, und nicht spekuliert werden“, stellt Böhm-Lauter klar.

Namensfindung auf Initiative von Herbert Höpfl

Die Namensfindung für die neue Siedlung geht auf die Initiative von Kulturstadtrat Herbert Höpfl (IG) zurück. „Der Vier-Pfoten-Gründer Heli Dungler ist wohl der berühmteste Waidhofner der Gegenwart. Er ist leider heuer im Jänner verstorben und ist zur Lebzeiten nicht zur Ehre gekommen, dass in Waidhofen etwas nach ihm benannt wird. Mit der neuen Siedlung bot sich dafür einen Chance, ihm die Ehre zu erweisen“, hebt Höpfl hervor. Er nahm mit der Familie Kontakt auf, um die Zustimmung zur Verwendung von Heli Dunglers Namen zu erhalten.

„Wir freuen uns über die Anerkennung und Würdigung von Heli. Schade, dass er das nicht mehr erleben kann“, bedankte sich seine Mutter Irmtraud Dungler bei der Pressekonferenz. Auch Tochter Nina Närr freute sich, dass die Siedlung den Namen ihres Vaters trägt.

Letzter Gemeinde-Bauplatz im Juni verkauft

Mit diesen 16 bald verfügbaren Bauplätzen soll der akute Bauplatzmangel in Waidhofen entschärft werden – der letzte gemeindeeigene Baugrund war in der Gemeinderatssitzung im Juni verkauft worden, und im geplanten Siedlungsgebiet „Heimatsleitn“ ist man noch nicht soweit, dass man dort kurzfristig Bauplätze anbieten kann. „Der Druck aus der Bevölkerung ist enorm, wir sind froh, dass wir jetzt bald wieder Bauplätze anbieten können“, meint Litschauer.