Ein Festival für die Geschichten

Die „Tagträumer*innen“ brachten für zwei Tage „Große Geschichten“ nach Raabs.

Sebastian Dangl Erstellt am 16. September 2021 | 04:53
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Hubertus Zorell trug in stimmungsvoller Kulisse seine Version des Nibelungenliedes vor.
Foto: Sebastian Dangl

Einige „Große Geschichten“ waren am Wochenende in Raabs zu hören: Das Festival „Tagträumer*innen“ feierte an zwei Tagen diese ganz besonder Theaterform: Mit neuer Ausrichtung auf die Jugend kamen vor allem die kleinen Besucher voll auf ihre Kosten.

Schauplätze waren dabei der Lindenhof Raabs sowie die Raabser Innenstadt. Dort öffnete zum Erzählfestival die „Geschichtengreißlerei“. Greißlerin Corinna Pumm lieferte dabei bei jeder Vorstellung Einzigartiges. Besucher waren eingeladen, sich aus einer langen Liste von Zutaten wie Mut, Liebe, Abenteuer oder Science Fiction drei auszusuchen. Mit viel Improvisation lieferte die „Geschichten-Greißlerin“ jedes Mal neu eine einmalige Geschichte.

Im Saal zur Linde konnte außerdem szenischen Lesungen von „Ronja Räubertochter“ und „Der Apfelbaum“ gelauscht werden. Vorgetragen von Ruth Lößl und Annagret Bauerle wurden die Bücher mit Musik und Objekten zum Leben erweckt.

Der künstlerische Leiter von „Tagträumer*innen“, Holger Schober, präsentierte seine Adaption von Homers „Odyssee“ mit „Odysseus am Strand“. Der gestrandete Titelheld erzählte dabei von seinen Reisen voller Abenteuer, vom trojanischen Pferd, besoffenen Riesen und rachsüchtigen Göttern. Für Live-Musik sorgte Gitarrist Johannes Specht. Musikalisch ging es auch beim Stück „Orpheus“ zu. Der bekannteste Barde der griechischen Mythologie machte sich auf die gefährliche Reise, seine geliebte Eurydike aus der Unterwelt zu befreien.

Nibelungen: Heldentum und die Liebe

Für ein etwas älteres Publikum gab es schließlich das Nibelungenlied in einer Nacherzählung von Hubertus Zorell zu hören. Heldentum und die Liebe waren die zentralen Themen der Adaption des klassischen Stoffes für das Erzähltheater. Egal ob jung oder nicht mehr ganz so jung, für alle galt beim Erzähltheaterfestival sich zurückzulehnen und sich gemeinsam in eine andere Welt fallenzulassen. Denn wie formuliert es Holger Schober treffend: „Geschichten verbinden.“