Tödlicher Verkehrsunfall: Lenkerin verurteilt. Nach einem tödlichen Verkehrsunfall im Bezirk Zwettl im Oktober 2018 ist am Dienstag in Krems die 17 Jahre alte Lenkerin vor Gericht gestanden.

Von APA Red. Erstellt am 19. Februar 2019 (11:32)
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Die Jugendliche fasste unter anderem wegen grob fahrlässiger Tötung sechs Monaten bedingte Haft aus. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Angeklagte selbst hatte sich schuldig bekannt, allerdings die grobe Fahrlässigkeit bestritten.

Die 17-Jährige war am 17. Oktober 2018 mit einem Pkw in einer Kurve von der Straße abgekommen und gegen einen Baum gekracht. Eine 16 Jahre alte Insassin starb bei dem Anprall, zwei weitere Mädchen, die sich im Wagen befunden hatten, wurden verletzt. Der Lenkerin wurde in der Anklage vorgeworfen, mit veralteter Bereifung und überhöhter Geschwindigkeit bei Dunkelheit in die Rechtskurve eingefahren zu sein. Dabei habe sie "nicht der Kurve entsprechend" gelenkt und sei links von der Straße abgekommen. Im Anschluss prallte der Wagen gegen den Baum.

Das 16-jährige Unfallopfer, dass auf der Rückbank des Pkw gesessen war, erlitt unter anderem ein stumpfes Brustkorb- und Bauchtrauma mit Organquetschungen und Rupturen der Lunge, der Leber, der Milz sowie der rechten Niere. Weiters trug die Jugendliche der Anklage zufolge ein Schädeltrauma mit einer Rissquetschwunde hinter dem linken Ohr davon. Der Tod sei in Folge eines Herz-Kreislauf-Versagens eingetreten, teilte die Staatsanwältin in ihrem Eröffnungsvortrag mit. Die beiden weiteren Insassinnen erlitten eine Prellung des rechten Ellbogens und Knies bzw. eine Brustbein- und Lungenprellung.

Angeklagte bekannte sich schuldig

Die Angeklagte bekannte sich der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung schuldig, bestritt aber in beiden Fällen die große Fahrlässigkeit. Die Ausfahrt beschrieb die Jugendliche so, dass sie das Verkehrszeichen, das die gefährliche Kurve anzeigte, gesehen habe. "Und im nächsten Moment habe ich bemerkt, dass es gescheppert hat." Ob sie zu schnell dran war, wisse sie nicht mehr. Die Verstorbene sei ihr sehr nahe gestanden. "Sie war meine allerbeste Freundin." Nach dem Aufprall habe sie die Rettung noch vom Auto aus per Handy angerufen, schilderte die Beschuldigte. Der Wagen habe auch angefangen zu brennen.

Die Führerscheinprüfung habe sie erst am Tag des Unfalls abgelegt, erklärte die Jugendliche. Im Rahmen der L17-Ausbildung habe sie davor rund 4.000 Kilometer zurückgelegt. Eine Insassinnen, die beim Anprall Blessuren davontrug, sagte, dass die erste Ausfahrt des Führerscheinneulings zu einer McDonald's-Filiale in der Region führte. An die Geschwindigkeit, mit der das Fahrzeug in die Kurve gefahren war, konnten sich beide Verletzten nicht mehr erinnern. Der Verteidiger der Angeklagten sprach in seinem Schlussvortrag davon, dass der Vorfall seine Mandantin "ein Leben lang begleiten wird".

Neben grob fahrlässiger Tötung wurde die 17-Jährige wegen fahrlässiger und grob fahrlässiger Körperverletzung verurteilt. Bei der Strafbemessung wirkten sich laut dem Richter unter anderem das Geständnis und das richtige Verhalten nach der Tat mildernd aus. Erschwerend wurde das Zusammentreffen dreier schwerer Vergehen gewertet. Der Verteidiger der 17-Jährigen erbat sich Bedenkzeit, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.