Beirut-Explosion: Dirigent Manfred Müssauer will helfen. Die verheerende Explosion im Hafen von Beirut (Libanon) war auch für den aus Waidhofen stammenden Dirigenten Manfred Müssauer ein Schock: Seit mehr als fünf Jahren ist er als Universitäts-Gastprofessor und regelmäßiger Dirigent des Lebanese Philharmonic Orchestra (LPO) aufs engste mit den Menschen und seinem Publikum im Libanon verbunden. Seit letzter Woche ist Manfred Müssauer laufend in Kontakt mit seinen libanesischen Freunden: Die Trauer, die Fassungslosigkeit, aber auch die tiefe Verzweiflung über die Frage, wie es weitergehen kann und wird, machen den Schmerz kaum erträglich.

Von Michael Schwab. Erstellt am 11. August 2020 (14:51)

Um den Menschen im Libanon zu helfen, hat sich Müssauer dazu entschlossen, bei den beiden Musikwelten-Konzerten am kommenden Freitag und Sonntag (jeweils um 19 Uhr)  im Waidhofner Stadtsaal Spenden für die Caritas im Libanon zu sammeln. Bei diesem Konzert erwartet die Zuhörer ein Feuerwerk an herausragender, bekannter aber auch zu unrecht vergessener Musik aus der Feder von Franz Lehár. Die Operette Paganini steht im Zentrum der beiden Abende, es werden aber auch weitere Glanzstücke des Komponisten, die zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind, beleuchtet. Als  zusätzliche Sicherheitsmaßnahme wegen Covid-19 finden die Konzerte ohne Pause (max. Dauer: 1 Stunden 40 Minuten) statt.

Libanon-Verbindung mit Waldviertel

2017 gastierten libanesische Musiker erstmals bei den Musikwelten im Waldviertel, abgerundet durch ein erfolgreiches Open-Air-Gastspiel in Berlin. Das vom LPO und der Österreichischen Botschaft jährlich gemeinsam organisierte Neujahrskonzert in Beirut stellte in den letzten Jahren die größte „Klassik“-Konzertveranstaltung dar und wurde im Rundfunk und Fernsehen übertragen.

 Aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Instabilität des Landes war zu Beginn des Jahres 2020 lange nicht sicher, ob das diesjährige Konzert überhaupt stattfinden könnte; als dann fix war, dass die Durchführung möglich war, wurde das Konzert von den Menschen geradezu gestürmt. Die begleitenden Emotionen waren schon damals enorm, denn alle wussten, dass die Erde unter ihren Füßen bereits brodelte.