Erstellt am 05. Juni 2018, 15:01

von Michael Schwab

Tolle Stimmung beim Raabser Kulturfrühling. Ein Wochenende voll Theater und Musik bot der Raabser Kulturfrühling im Rahmen des „Szene Waldviertel“-Festivals.

Erstmals war auch die Burg Raabs in das von Stephan Rabl ins Leben gerufene Festival eingebunden. Im Ritterssaal wurde die österreichische Erstaufführung des Stücks „Alice“ von Katja Henschel gezeigt, das Jung und Alt ins Wunderland entführte und vor allem die Kinder begeisterte.

Schauriger ging es abends im Schlosshof mit der Aufführung des Stückes „Wolf“ zu, das eine dunkle Geschichte über eine Liebe zwischen Mensch und Werwolf erzählt, die nicht sein darf. Vor allem am Freitag, als mit der Dämmerung auch die Kälte einbrach, war die düstere und schaurige Szenerie eines Friedhofes bei Nacht auch für die Zuschauer hautnah erlebbar.

Afrikanische Lebensfreude zum Aufwärmen und Gänsehaut-Loswerden gab es mit der „Wolfsperformance“ von IYASA im Anschluss an „Wolf“, allerdings nur am Samstag. Besonders sehenswert war auch das Einpersonenstück „Werther!“ mit Phillip Hochmair, der Goethes Briefroman aus heutiger Sicht in einer Mischung aus Lesung, Monodram und Performance erzählt und dabei die Selbstzerstörung Werthers auf eine sehr intensive und das Publikum einbindenden Art und Weise meisterhaft darstellt. In den vorderen Reihen ist Deckung vor fliegenden Salatblättern bei einem Wutausbruch des Schauspielers angesagt ... und zum Lachen gab es bei aller Tragik auch etwas, wenn auch ein wenig auf Kosten des privat anwesenden Landesrates Ludwig Schleritzko, den Hochmair auf die Schaufel nahm („Thank you, Mister Schleritzko!“).

Musikalisch wurde am Hauptplatz ebenfalls einiges geboten. Am Freitag machte die 2017 gegründete Acoustic-Band „In A Blue Room“ mit großteils eigenen Songs im Blues- und Americana-Stil den Anfang. Mit Eigenkompositionen im Stil ihrer Vorbilder waren „The Birds“ anschließend in der amerikanischen Roots-, Blues- und Folkmusik unterwegs. Als Gastsängerin stand bei den Birds auch Claudia K. Gangl, Bassistin bei den „Viennese Ladies“ und Leiterin des Kulturprojekts „Wirtshauskultur an der Grenze“ auf der Bühne. Das Edi Mayr Trio schloss mit Songs im Dialekt den Konzertabend ab.

Nach Lateinamerika entführten „Sonco Pao“ am Samstagabend. Die Musiker interpretierten bekannte und weniger bekannte Songs, darunter auch einige Lieder aus Kuba – und brachten damit einen Hauch von Havanna auf den Raabser Hauptplatz.

Die „Dudes of the Devil“ bildeten anschließend ein Kontrastprogramm mit ordentlich Schmackes. Frontman Marco Steiner und Ewald Ottacher an der Gitarre zeigten, dass man für Nebeleffekte auf der Bühne nicht unbedingt eine Nebelmaschine braucht – eine Zigarette tut es auch.