Acht E-Gitarren bei Kunstperformance zerstört. Aktionskünstler wollte vor Augen führen, dass die Macht der Fließband-Technologie überbewertet ist. Auch Schattenseiten der Musikszene wurden thematisiert.

Von Daniela Schuh. Erstellt am 24. Mai 2019 (04:46)
Daniela Schuh
Auch diese goldene Gitarre ist Teil der „Triptychon“-Serie.

Ronald Heberling ist bekannt für Kunstwerke, die gegen den Strich gehen und zum Nachdenken anregen. Bei einem „wahnwitzigen“ Projekt, wie er es selbst nennt, lud er Sonntagnachmittag im Zuge des Museumsfrühlings vor die „schau.räume.14“ ein, um Massenware in Frage zu stellen.

Bei dieser Kunstperformance wollte der niederösterreichisch-kanadische Aktionskünstler vor Augen führen, dass „die Macht der Fließband-Technologie vollkommen überbewertet ist“.

Daniela Schuh
Ronald Heberling beim Zertrümmern der Massenware-Gitarren.

„Denn zu guter Letzt zählt beim leidenschaftlichen Musiker statt Massenware doch ausschließlich beste Handwerkskunst“, sagt er und denkt dabei an die handgefertigten Gitarren seines ehemaligen Lehrers Roland Hauke, die ebenfalls in Thaya ausgestellt sind.

„Hero“, so Heberlings Künstlername, zertrümmerte, zerhackte und zersägte acht E-Gitarren aus dem asiatischen Raum und filetierte sie so in ihre Einzelteile, ehe er sie in ein Triptychon, in ein einzigartiges dreiteiliges Gesamtkunstwerk, verwandelte.

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Bürgermeister Eduard Köck, Gitarrist Felix Kessler, „Hero“ Ronald Heberling, Patricia Nekuda vom Museumsmanagement und Roland Hauke bei dem „wahnwitzigen“ Kunstprojekt in Thaya.

Musikalisch begleitet wurde die Aktion von dem 17-jährigen Wiener Felix Kessler, der den Schaffensprozess Heberlings mit Heavy-Metal und Rock’n’Roll aus einer der E-Gitarre untermalte. Seine Liebe zum Rock‘n‘Roll drückt Heberling auch in seinen Kunstwerken aus: „Guter Rock‘n‘Roll ist nicht nur Musik, sondern eine Lebenseinstellung. Suchend, findend, erlebend, spielend.“ Um spielerisches Herantasten ging es ihm auch am Sonntagnachmittag.

So verarbeitete er neben acht Gitarren rund 60 Liter hochwertiges Acryl, Puppenköpfe, eine Venus-von-Willendorf-Skulptur sowie Drogennadeln aus einem Wiener Suchtzentrum.

Mit diesen Materialien will er auch auf die Schattenseiten der Musikszene aufmerksam machen. „Es heißt nicht umsonst Sex, Drugs and Rock’n’Roll“.