Reisebüros raten: Gebuchte Reisen nicht stornieren!. Reisebüros raten einhellig, von einem Storno abzusehen, denn es fallen Gebühren an. Sie stehen Urlauber zur Seite.

Von Karin Pollak. Erstellt am 01. Oktober 2019 (11:58)
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Thomas Cook ist pleite

Nach der Pleite von Thomas Cook und seinen Tochterunternehmen wie Neckermann raten die heimischen Reisebüros einhellig eines: Wer in letzter Zeit einen Urlaub über die gestrauchelten Unternehmen gebucht hat, soll auf gar keinen Fall seine Reise stornieren, denn es fallen die Stornogebühren an! Am besten ist, sich im Reisebüro beraten zu lassen.

Diese Pleiten betreffen auch viele Urlauber aus dem Waldviertel. Positiv ist in all diesem Wirbel, dass anscheinend alle Urlauber, die in ihren Destinationen „hängen geblieben sind“, wieder zuhause sind.

„Am Abend des 22. September wurde die Pleite bekannt, zu diesem Zeitpunkt sind die letzten Urlauber, die bei uns über diese Reiseunternehmen gebucht haben, heimgekommen. Da war schon etwas Glück dabei“, zeigt Leopold Fraisl vom Reisecafé Fraisl aus Groß Siegharts auf. Auch das Reisebüro Kerschbaum aus Zwettl gab Entwarnung betreffend gestrandeter Touristen.

„Ich habe mit dem Hotel telefoniert, die Zimmer bezahlt und neue Flüge gebucht. Das Geld hatte ich noch nicht überwiesen.“ Doris Bednar

„Einige unserer Kunden genießen noch ihre Urlaube, der Rücktransport ist aber gesichert“, betont Doris Bednar, Inhaberin der Reisebüros in Gmünd und Waidhofen. Jene Urlauber, die in Kürze ihre bei den insolventen Reiseunternehmen gebuchten Urlaubsreisen antreten sollen, brauchen Geduld. Bis 4. Oktober sind einmal alle gebuchten Reisen gestrichen. „Wir hätten bis Ende September Informationen über die weiteren Vorgangsweisen erhalten sollen, diese Frist wurde nun auf 4. Oktober verschoben“, bestätigen alle von der NÖN befragten Reisebüros.

„Ein Problem dabei ist aber, dass die Flüge gestrichen, aber nicht storniert worden sind“, erklärt Doris Bednar und nennt dazu ein Beispiel. „Kunden haben eine Fernreise gebucht, die am 3. Oktober startet. Der Flug ist bezahlt, es wurden Ticketnummern vergeben, der Flug ist daher aufrecht. Er könnte aber noch kurzfristig gecancelt werden“, warnt sie.

Sollte das passieren, wird Bednar tun, was in ihrer Macht steht. Durch ihr Engagement verhalf sie nach dem Bekanntwerden der Pleiten zum Beispiel einem Ehepaar zu einer Reise nach Griechenland: „Ich habe mit dem ausgewählten Hotel telefoniert, die Zimmer bezahlt und neue Flüge gebucht. Das Geld dafür hatte ich noch nicht an den Reiseveranstalter überwiesen.“ Beim ÖAMTC-Reisebüro Horn agiert man ähnlich. Für Kunden, die sich noch am Urlaubsort befinden, wurden gesicherte Rückflüge organisiert und für jene, die ihre Urlaubsreise noch antreten, übernimmt der ÖAMTC die Kosten für die umgebuchten Flüge und die Einreichung dieser Kosten im Insolvenzverfahren.

„Wir sind uns der großen Verantwortung, die wir unseren Kunden gegenüber haben, bewusst. Daher sorgen wir dafür, dass die Urlaube trotz dieser Insolvenzen problemlos durchgeführt werden können“, zeigt Marion Scheichl auf. Durch diesen Einsatz können zum Beispiel Elisabeth und Peter Leitinger aus Horn ihren Rhodos-Urlaub antreten, ohne diesen Urlaub doppelt bezahlen zu müssen – das hätte Thomas Cook nämlich gefordert.

Verantwortliche sind schwer zu erreichen

„Nicht nur unsere Kunden, sondern auch wir Reisebüros erhalten von den Verantwortlichen kaum Informationen“, meint Bednar. Das bestätigen auch ihre Kollegen. „Niemand von der Allianz Travel, die in Österreich als Insolvenzversicherer agiert, ist zu erreichen“, verdeutlicht sie.

In dieser verfahrenen Situation beweisen die Reisebüros ihre Fachkompetenz und Einsatz für ihre Kunden.