Tiefe Töne: Mit Freude beim Militär. Seit August ist der Vitiser Jan Widhalm bei der Militärmusik. Mit seiner Tuba mischt er kräftig im St. Pöltener Orchester mit. Auftrittsmöglichkeiten sind momentan allerdings rar.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 16. April 2021 (03:04)
Seit August ist der Vitiser Jan Widhalm bei der Militärmusik. 
privat

Als Musiker zum Militär zu gehen ist sicher keine leichte Entscheidung, aber für manche dafür umso lohnenswerter. Schließlich ist die Dienstzeit mit 13 Monaten mehr als doppelt so lange als bei einem „normalen“ Soldaten. Jan Widhalm aus Vitis entschloss sich trotzdem gleich nach der Matura zu diesem Schritt und bereut es nicht.

„Ich dachte mir einfach, ich probier es aus, denn verlieren kann ich ja nichts. Jetzt kann ich sagen, dass die Entscheidung die richtige war. Es taugt mir voll hier“, erzählt er. Auch Kollegen vom Musikverein Vitis, die ebenfalls bei der Militärmusik waren, hätten den Entschluss bei ihm gefestigt. Im August absolvierte der 18-Jährige die Grundausbildung und ist seither in der Hesserkaserne in St. Pölten stationiert.

Massives Instrument für massive Töne

Sein Instrument: die Tuba. Die sieht auf den ersten Blick nicht nur groß und stämmig aus, sie klingt auch so. Im Blasorchester sorgt sie für das tiefe Fundament der Musikstücke. Natürlich kommt man ohne gute Vorkenntnisse auf seinem Instrument nicht so einfach zur Militärmusik. Vor rund 10 Jahren hat Widhalm begonnen, Tuba zu spielen. „Das war noch in meiner Volksschulzeit. Ich glaube, ich war damals acht Jahre alt“, erinnert er sich zurück. Das Instrument begleitete ihn daraufhin auch durch die gesamte Schulzeit am Gymnasium Waidhofen. Alsbald wurde er zudem fixer Bestandteil im Musikverein Vitis, dem er auch heute noch treu ist.

Aber was ist jetzt eigentlich das Besondere an der Militärmusik? „Man lernt einfach unglaublich viel“, meint Widhalm. So gäbe es umfangreiche Stunden in Musiktheorie, die übrigens auch für das Goldene Leistungsabzeichen des Blasmusikverbandes angerechnet werden. „Wir lernen zudem das Dirigieren und Stabführen.“ Nicht vergessen sollte man dabei auch nicht das Exerzieren, das die große Besonderheit der Militärmusik darstellt. Gerade das sei aber momentan wegen Corona nur sehr eingeschränkt möglich.

Geprobt werden muss trotzdem fleißig. Mit wöchentlichen Tests sei das auch möglich. Auftritte gibt es nämlich trotz Corona einige. Hauptsächlich seien das aber Angelobungen, die auch im kleinen Rahmen stattfinden. Am 8. April wäre zudem die Online-Übertragung eines Konzertes geplant gewesen. Das hätte allerdings aufgrund eines positiven Falls im Orchester verschoben werden müssen. Der neue Termin ist jetzt für den Juni angesetzt. Dann könnte tatsächlich der Fall eintreten, dass aus dem ehemaligen Online-Konzert ein Live-Konzert wird. „Das hängt aber alles davon ab, wie sich Corona über die nächsten Monate entwickelt“, schildert Widhalm.

Von St. Pölten geht es nach Tulln

Allzuviel Zeit beim Bundesheer bleibt ihm allerdings nicht mehr. Ende August geht es für ihn zum Abrüsten. Der Fahrplan für die Zeit danach steht natürlich schon. So ist ihm ein Studienplatz an der FH Tulln bereits zugesichert. Dort will Widhalm das Studium „Biotechnische Verfahren“ angehen. „Ich war in der Schule schon immer von den Naturwissenschaften fasziniert und möchte unbedingt in einem Labor arbeiten.“ Musikalisch wird es für ihn natürlich beim Musikverein Vitis weitergehen. Von der Erfahrung eines ausgebildeten Militärmusikers kann sicher jedes Blasorchester profitieren.