Meilenstein: 500 Megawatt-Grenze überschritten. Die Erfolgsmeldung kam Mitte November aus Übersee: Alle fünf Anlagen des W.E.B-Windparks Albert/Wisokolamson in New Brunswick, Kanada, produzieren sauberen Strom. Das Besondere daran: Der Waldviertler Windkraftpionier durchbrach damit die 500 MW-Grenze an Kraftwerksleistung.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 21. November 2019 (12:22)
Mit der Inbetriebnahme des Windparks Albert/Wisokolamson überschritt die W.E.B Windenergie die 500 Megawatt-Marke an Kraftwerksleistung.
W.E.B Windenergie

Ermöglicht wird dies durch mittlerweile 244 Windenergieanlagen, 25 PV-Anlagen und drei Kleinwasserkraftwerke, die an 102 Standorten in Österreich, Deutschland, Tschechien, Frankreich, Italien, Kanada und den USA saubere, regionale Energie für 780.000 Menschen produzieren und jährlich über 820.000 Tonnen CO2 einsparen.

W.E.B-Vorstandsvorsitzender Frank Dumeier in der Stunde des Erfolgs: „Wachstum mit Weitsicht – das ist eine wesentliche Formel unseres Erfolgsrezeptes. Mit den 500 MW haben wir einen Meilenstein erreicht, auf den wir ganz besonders stolz sein können. Dies ist für uns aber nur eine Zwischenstation in eine nachhaltige Zukunft, die wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitern, den über 5.700 Investoren und allen anderen Menschen, die uns begleiten, maßgeblich mitgestalten werden.“

2019 markiert auch ein ganz besonderes Jahr in der Firmengeschichte. Vor 25 Jahren wurde das Unternehmen gegründet, seit 20 Jahren besteht es als Aktiengesellschaft. Im Zuge des internationalen Wachstumskurses wurden die Firmenzentrale in Pfaffenschlag heuer um einen Bürozubau erweitert, und damit weitere Arbeitsplätze geschaffen. 

Name für Windpark stammt aus Sprache der  „Woodstock"

Mit dem „Jubiläumswindpark“ hat die W.E.B ihre Standortliste auch um eine weitere kanadische Provinz erweitert. Die fünf Anlagen mit einer Gesamtleistung von 18 MW stehen in der Nähe von Riverside-Albert in New Brunswick – der Nachbarprovinz der bestehenden W.E.B-Standorte in Nova Scotia. Die Partner des Projektes sind nicht alltäglich: Projektentwicklung und Betrieb sind ein Gemeinschaftsprojekt mit der Woodstock First Nation, einer Vereinigung der Nachkommen der Wulustaukwiak, dem indigenen Volk im Südwesten von New Brunswick. So stammt auch der kanadische Name des Projektes aus der traditionellen Sprache der Woodstock, denn „Wisokolamson“ bedeutet frei übersetzt „der Wind bläst sehr stark“.

 Zudem sorgt das Projekt neben sauberer Energie auch für kluge Köpfe: W.E.B und Woodstock First Nation vergeben über die gesamte Laufzeit des Windparks jährlich zwei Stipendien an Studenten, die Erneuerbare Energien oder thematisch verwandte Gebiete studieren.

Dumeier: Auch national richtige Rahmenbedingungen für Energiewende wichtig

Um die Energiewende weiter vorantreiben zu können, seien auch national die richtigen Rahmenbedingungen gefragt: „Um auch in Österreich den Kampf gegen den Klimawandel erfolgreich gestalten zu können, ist die neue Regierung mehr denn je gefordert. Ein neues, den aktuellen und zukünftigen Anforderungen entsprechendes Ökostromgesetz muss jetzt die richtigen Rahmenbedingungen für Erneuerbare Energien schaffen“, hat Frank Dumeier neben dem internationalen Wachstum auch die nationalen Klimaschutzziele im Fokus. Finanzvorstand Michael Trcka ergänzt: „Strom aus Wind und Sonne ist heute schon günstiger als fossile Energie. Daher ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich Erneuerbare langfristig endgültig durchsetzen. Das technische und wirtschaftliche Know-how ist jedenfalls bereits vorhanden. Der Gesetzgeber hat es in der Hand, das Tempo des Umstiegs auf ein nachhaltiges Energiesystem vorzugeben.“