Alternative Antriebe: Akku schlägt Brennstoffzelle. Zahlt es sich aus, auf das Wasserstoffauto zu warten? Wann werden Elektroautos gleich teuer oder billiger als Verbrenner werden? Welche Rolle kann die Landwirtschaft mit Biogas als Treibstoff für die Mobilität der Zukunft spielen? Um diese Fragen drehte sich der Thayaland-Zirkel am Mittwochabend im Saal der Raiffeisenbank.

Von Michael Schwab. Erstellt am 31. Oktober 2019 (13:36)
Michael Schwab
Um Antriebe der Zukunft ging es beim Energiestammtisch des Thayaland-Zirkels. Dabei konnten auch Elektrofahrzeuge ausprobiert werden. Am Bild: Ansbert Sturm, Bernhard Stürmer, Robert Pollmann, Christian Drucker, Renate Brandner-Weiß und Jürgen Edelmann.

Wohin die Reise in der Automobilbranche geht, zeigte Robert Pollmann auf. Selbst begeisterte Elektroautofahrer, ortet er einen klaren Trend zur Elektrifizierung der Antriebe im Pkw-Sektor. „Vor ein paar Jahren ging es bei Automobilkongressen noch um Acht- und Neunganggetriebe, Fünf- oder Achtzylinder, aber heute dreht sich alles um eine Frage: Wo baue ich den Elektromotor hin?“, fasste Pollmann zusammen.

Er präsentierte eine Studie, nach der um das Jahr 2025 die Kosten für die Batterien soweit gesunken sein werden, dass ein elektrisch betriebenes Stadtauto in den Herstellungskosten vergleichbar mit einem Mild-Hybrid-Benziner sein wird.

Wasserstoff im Vergleich teuer und ineffizient

Für das mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellenauto sieht Pollmann jedoch eine Reihe von Faktoren, die gegen eine breite Etablierung sprechen: Hohe Anschaffungskosten, teurer Treibstoff und teure Tankstellen-Infrastruktur, und ein gegenüber dem batteriebetriebenen Elektroauto wesentlich schlechterer Wirkungsgrad der Energiekette von der Herstellung bis zum Rad. Pollmann sieht die Rolle des Wasserstoffs eher im Schwerverkehr, in Schiffen und Flugzeugen.

Eine Ergänzung, mit der bestehende Fahrzeugtechnik CO2-neutral werden können, ist in Biogasanlagen hergestelltes Bio-Methan. Bernhard Stürmer, Geschäftsführer des Kompost- und Biogasverbands NÖ, beschrieb in seinem Vortrag, wie Biogas gereinigt und ins Erdgasnetz eingespeist werden kann, um dann für Heiz- und Antriebszwecke verwendet werden zu können. Eine Möglichkeit ist auch, das Gas zu speichern und in Zeiten, wo Photovoltaik und Windkraft wenig Strom liefern, zur Stromerzeugung zu nutzen.

700 Millionen Kubikmeter Biomethan möglich

Nach Berechnungen des Kompost- und Biogasverbands könnten in Österreich rund 700 Millionen Kubikmeter Biomethan pro Jahr erzeugt werden, ohne dass es zu großen Umbrüchen in der Landwirtschaft oder Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion kommen würde. Zugegeben, bei einem derzeitigen Erdgasverbrauch von acht Milliarden Kubikmeter pro Jahr kein Allheilmittel, aber ein Beitrag, den Landwirte leisten können.

Einen Schritt weiter geht man mit der Herstellung synthetischer Kraftstoffe, die aber sehr energieaufwendig und damit teuer ist. „Das macht nur dann Sinn, wenn man überschüssigen Strom hat, den man sonst nicht an den Mann bringen kann. Sonst ist es wesentlich effizienter, den Strom direkt zum Laden von Elektroautos zu nutzen“, stellte Pollmann klar. Stürmer und er waren sich aber einig, dass Biomethan und synthetische Kraftstoffe ein Weg sein können, um ertragsarme Zeiten bei Sonne und Wind zu überbrücken und die Versorgungssicherheit mit Strom herzustellen.

Akkulebensdauer: Langzeiterfahrungen positiv

Ein Thema waren auch die Herstellung und die Lebensdauer der Akkus von Elektroautos. Pollmann verwies hier auf die bereits vorliegenden Langzeiterfahrungen mit Tesla-Fahrzeugen, deren Akkus selbst nach hunderttausenden Kilometern noch in einem guten Zustand seien. „Wahrscheinlich überleben die Akkus die Fahrzeuge. Und wenn sie für den Einsatz im Auto zu viel Kapazität verloren haben, können sie ein zweites Leben als Stromspeicher führen, ehe man sie dem Reycling zuführen kann“, meinte Pollmann.

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