Frauen in der Politik: Landesweites Schlusslicht. Im Bezirk Waidhofen sind Frauen im Gemeindrat schwach vertreten, es gibt aber einige, die hervorstechen.

Von Karin Pollak und Karin Widhalm. Erstellt am 06. März 2019 (05:28)
privat
Bürgermeisterin Anette Töpfl

Frauen stehen dieser Tage im Mittelpunkt. Nicht der Muttertag, sondern das Jubiläum „100 Jahre Frauenwahlrecht“ und der Internationale Frauentag am 8. März werden begangen. Die NÖN blickt auf jene Frauen, die heute aktiv Politik machen – in dem Bezirk mit den wenigsten Frauen im Gemeinderat landesweit.

Quelle: Land NÖ, Abteilung Gemeinden; , Illustration: Vitaly Art/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Im Bezirk Waidhofen gibt es mit Anette Töpfl nur eine Bürgermeisterin, sie steht der Gemeinde Vitis vor. Sie hat sich von der Jugendarbeit in dieses Amt hinaufgearbeitet.

„Ich habe es nicht schwierig gehabt“, meinte Töpfl, die das Bürgermeisteramt von Irmtraud Berger 2010 übernommen hat und somit schon in die „Fußstapfen“ einer Frau getreten ist. „Frauen sind diplomatischer“, ist Töpfls Überzeugung, die auch nicht mit der Doppelbelastung mit Beruf und Familie hinterm Berg hält: „ Deshalb gehen auch nur wenige in die Politik.“

„Wir werden mehr gehört und gefragt.“

Melitta Biedermann (Stadträtin in Waidhofen) ist seit ihrem 16. Lebensjahr politisch aktiv. Seit ihrem Beginn in der Jungen ÖVP hätte sich der Umgang mit Frauen in der Politik zum Positiven entwickelt: „Wir werden mehr gehört und gefragt.“

Dass nur wenige Frauen in der Politik aktiv sind, kann Biedermann durchaus nachvollziehen: „Frauen sind zurückhaltend. Ein Mann überlegt nicht, er macht“

Ihre Raabser Stadtratskollegin Margit Auer spricht sich gegen eine Quotenregelung aus. „Die Frauen, die das wirklich machen wollen, die schaffen das auch“, meint Auer, die sich in ihrer Heimatgemeinde aktiv beteiligen wollte, denn: „Frauen haben da vielleicht einen anderen Blickwinkel. “ Die Funktion des Vizebürgermeisters ist derzeit für sie derzeit kein Thema, die Familie sei ihr viel zu wichtig, aber : „Zu schaffen wäre es sicher.“

Das Interesse an der Politik wurde bei Anita Fröhlich aus Dobersberg schon im Elternhaus geweckt. „Uns Frauen muss es ein Anliegen sein, unsere Lebenswelt mitzugestalten, daher ist es wichtig, dass wir mitentscheiden und auch das Verhältnis im Gemeinderat ausgewogen ist“, ist sie überzeugt und hofft auf weitere Mitstreiterinnen.

„Frauen sind Ideengeber, und wir wollen und brauchen sie“

Dass diese nicht überall selbstverständlich sind, wissen die Bürgermeister Rudolf Hoffstätter aus Waldkirchen, Hermann Wistrcil aus Ludweis-Aigen und auch Christian Drucker aus Waidhofen-Land auf. In ihren Gemeinden gibt es keine einzige Frau im Gemeinderat. Alle drei bedauern das und hoffen, dass sich das bei den Gemeinderatswahlen 2020 ändern wird. Es fehle einfach an der Bereitschaft der Frauen, sich politisch aktiv einsetzen zu wollen.

Gründe, warum sich bisher keine Frau als Gemeinderätin zur Verfügung gestellt hat, können die Bürgermeister nur erahnen. „Frauen sind Ideengeber, und wir wollen und brauchen sie“, sind sich alle drei Bürgermeister einig.

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