Jugendidee reifte zu „Balls & Beats“. Event entstand Knall auf Fall und lebte vom Feuer der Organisation, das einem Gegenwind trotzte. Jetzt kommt „The Final“.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 22. Juli 2019 (04:35)

Am Anfang gab es Livekonzerte ab dem Jahr 2009, dann entstand 2011 der Verein, und 2018 war das letzte „Balls & Beats“, das sportliche-musikalische Jugendkultur-Event. Die Ära ist jungen Menschen zu verdanken, denen in Waidhofen etwas gefehlt hat.

Sie seien zwar „sehr blauäugig“ an die Sache herangegangen, aber die Idee ging richtig gut auf. Man rechnete im ersten Jahr beim Ein-Tages-Fest im Zelt mit 300 Gästen: Es kamen mit 700 mehr als doppelt so viele. „Um elf Uhr sind uns die Getränke ausgegangen, und wir haben alle Wirte abgeklappert“, erinnert sich Obmann Christoph Mayer.

Verein wuchs mit seinen Aufgaben

„Die klassischen Behördenwege hatten wir auch damals, aber am Anfang war es leichter, weil wir weniger gewusst haben“, führt der heute 34-Jährige aus. „Man hat sich nicht so viele Gedanken gemacht.“ Das änderte sich schnell: Die Registrierkasse wurde eingeführt, sobald das Thema aufkam. Gut war es, denn als unangekündigt die Finanzpolizei kontrollierte, „hätte so viel schief gehen können“. Der Verein agiert gemeinnützig und unterstützt etwa das Kolpinghaus oder das Haus der Zuversicht.

„Balls & Beats“ ist auch in anderer Hinsicht gewachsen: Die anfängliche Jugendveranstaltung holte an Nachmittagen Familien, deren Nachwuchs und selbst Kleinkinder zu sich. Die Konzerte blieben, zum Beispiel brachte man 2015 die „Tag traeumer“ auf die Bühne. „Da haben wir einen Act erwischt, der auch im Radio präsent war“, lächelt Mayer. Das brach mit tausend Zusehern sämtliche Rekorde. „Das war schon etwas Neues, und das mit einer Musik, die wir nicht so eingeschätzt hatten, das es zieht.“

15 Bereichsteams „schupften“ die Organisation, jeder hatte eigene Aufgaben: vom Sport über die Gastronomie bis hin zum Aufbau. 150 Personen packten insgesamt an. „Sie kriegen keinen Cent, nicht mal einen“, betont der gebürtige Waidhofner. „Viele sind von Beginn an dabei. Sie leben und brennen dafür.“ Sie nahmen sich extra Urlaub, obwohl es sich um eine „immer sehr anstrengende Woche“ gehandelt hat. Das schweißt aber zusammen.

Das Team sorgte dafür, dass sich die Besucher wohlfühlen – und die Bands. „Die meisten Musiker sind oft selbst überrascht, was Backstage alles da ist“, erklärt Mayer. „Wir müssen etwas bieten, denn die Honorare können wir nicht zahlen.“ Ein scharfer Gegenwind schlug dem Verein aber entgegen.

Einige wenige Anrainer waren entrüstet ob der Lautstärke, eine Unterschriftenliste entstand. „Wir waren mit Beschimpfungen und kuriosen Anschuldigungen konfrontiert“, erinnert sich Mayer. Das Team behielt das nicht für sich und ging damit an die Öffentlichkeit. „Wir sind ganz cool damit umgegangen“, schildert der heutige „Waldviertel Akademie“-Geschäftsführer. „Das hat sich gelegt, auch, weil die Gemeinde immer hinter uns gestanden ist.“ Dass aus Platzgründen das Fest in die Sporthalle verlegt wurde, „hat dann ordentlich Druck rausgenommen“.

Das Abschiedsfest steht jetzt vor der Stadtsaal-Tür: „Balls & Beats: The Final“. Das Team blickt mit Mitarbeitern, Sponsoren und Partnern zurück, mit Videos, Fotos, Interviews und einer Aftershow-Party (20. Juli, 19 Uhr). Mayers Dank gilt ihnen. „Und hier gebührt der größte Dank dem ehemaligen Obmann-Stellvertreter Harald Angel, der mit mir den Verein gegründet hat, Namensgeber war und ständig für neue innovative Ideen gesorgt hat.“