Stadtmuseum-Event: Jeder flog auf Mathe. Ein Abend mit Mohn, Musik, Malerei & – ja, wirklich! – Mathematik.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 17. Juli 2019 (04:45)

Denken Sie kurz darüber nach, was ein schöner Abend für Sie ist. Kommt Ihnen Mathematik in den Sinn? Wahrscheinlich nicht, wenn Sie kein Professor sind. Aber jene Besucher, die den Freitagabend im Stadtmuseum verbracht haben, werden wahrscheinlich mit einem Ja auf die Frage antworten.

„MaMaMuMo“ stand auf dem Programm: Als Leopold Gudenus, Obmann des Museumsvereins, das erste Mal über die Wortkreation liest, fragte er sich: „Was ist das? Vielleicht ein Menü?“ Da hatte er nicht einmal so unrecht. Das Wort setzt sich aus Mathematik, Malerei, Musik und Mohn zusammen, vier Protangonisten zeigten sich hierfür verantwortlich.

Sängerin Gabi Stattler gab sich mit Tonci Marinic-Kragic (Gitarre), der für jeden Auftritt aus Kroatien anreist, und Karel Pixa (Kontrabass) aus Tschechien dem Blues hin; zwischen ihren Pausen ging Claudia Rupp auf ihre kreative Vielfalt ein, und Hans Schiller wartete mit mathematischen Rätseln auf. Ungewöhnlich, die Kombination. Und wer sich bei Mathe die Haare rauft, hätte dabei sein sollen. Der pensionierte Mathematik-Professor aus Waidhofen hatte 70 Bierdeckel mit je einem Rätsel vorbereitet. Die Gäste hatten die Aufgabe, die Lösung auf Papier festzuhalten. Zurückhaltung war nur kurz zu spüren, dann brach ein regelrechtes Fieber aus, und zum Schluss wollte man jedes Rätsels Lösung wissen. „Mir persönlich hat es gefallen, dass gleich alle die Köpfe zusammengesteckt haben“, war Schiller von der Begeisterung beeindruckt.

„Mir persönlich hat es gefallen, dass gleich alle die Köpfe zusammengesteckt haben.“ Hans Schiller war von er Mathematik-Begeisterung im Stadtmuseum beeindruckt.

Claudia Rupps Kunst ist bis zum 13. Oktober zu sehen. Die Psychotherapeutin arbeitet mit Acryl auf Holz, Leinen und Alteisen: Ein Werk – nämlich „mitunter ganz oben“ vereint gleich (fast) alles. Acryl auf Alteisen in einem Holzkonstrukt.

Die Ausstellung ist ein Querschnitt all ihrer Werke, daher der Titel „cross-boarder“. „Das Waldviertel ist der Inbegriff dafür, immer wieder über die Grenzen zu gehen“, findet sie. Rupp selbst erzählte von einem Erlebnis, als sie in Želetava ein alte Fabrik sah. „Ich bin dort eingedrungen, obwohl überall ‚Betreten verboten‘ stand“, klopfte sie dann an eine Tür. Sie stellte fest, dass dort mehrere Firmen eingemietet sind und stieß für ihr Anliegen auf offene Ohren. Sie spitzte auf das Alteisen, das herum lag. „Ich habe geglaubt, ich bin im Paradies“, lächelt sie. „Ein junger Mann ist gleich mit der Flex gekommen.“ Sie nutzt die alten Verkehrsschilder für ihre Kunst. „Das ist ein Faible von mir.“

Die Idee zu „MaMaMuMo“: drei Stärken und drei Menschen. „Wir wollten damit in die Welt hinausgehen“, erzählte Stattler, die in Heidenreichstein (Bezirk Gmünd) lebt und ebenfalls Psychotherapeutin ist. „Wir fragten uns, was passt noch ins Waldviertel? Erdäpfel? Nein, wir nehmen Mohn, der ist entspannender“, schmunzelte sie.

Und damit sind wir beim vierten Protangonisten: Das Stadtmusuem servierte Waldviertler Mohnschmankerl.

Umfrage beendet

  • Ist das Lösen von mathematischen Rätseln für jeden Freitagabend eine ideales Programm?