Vollmondgespräch: „Ich gebe immer das Beste"

Erstellt am 25. Februar 2019 | 04:57
Lesezeit: 3 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7501342_wai08wt_vollmondgespra_ch_strauss.jpg
Schauspielerin Ursula Strauss und Autorin Doris Priesching mit Thomas Arthaber von der Waldviertel Akademie.
Foto: Gerald Muthsam
Ursula Strauss über ihre Einstellung zur Arbeit. Beruf des Schauspielers ist extrem fordernd.

Äußerst sympathisch und publikumsnah gab sich Schauspielerin Ursula Strauss beim Vollmondgespräch der Waldviertel Akademie am Montag im Stadtsaal.

Im Mittelpunkt des Gesprächs mit Journalistin und Autorin Doris Priesching stand das neue Buch von Ursula Strauss. Anhand zahlreicher Bilder erinnert sich die Schauspielerin in ihrem Buch „Warum ich nicht mehr fliegen kann und wie ich gegen Zwerge kämpfte“ an ihre Anfänge als Schaupielschülerin, erste Rollen und Engagements sowie ihre größten Erfolge von „Revanche“ bis „Schnell ermittelt“. „Das Buch ist keine klassische Biografie, denn ich bin 45 Jahre alt und da soll noch etwas kommen im Leben“ meint Strauss zu ihrem Werk. „Vieles habe ich auch wieder gestrichen, da es beim Lesen zu schwülstig gewirkt hat.“

„Das Beste zu geben, gebietet einem der Respekt vor sich selber und den anderen“ Ursula Strauss über die Herangehensweise an Projekte

Im Gespräch zeigt sie sich sehr offen. Sie erzählt auch, dass sie im Italienurlaub in Lignano „entstanden“ ist. Sie war ein sehr fantasiebegabtes und sensibles Kind und wuchs in der Kleinstadt Pöchlarn auf. Dort war sie auch mit den Härten des Landlebens konfrontiert. Sie besaßen Hasen, und immer wenn Karl R. kam, starb ein Hase auf mysteriöse Weise, und am nächsten Tag gab es komische Hendl zum Essen. Prägend für sie waren auch die katholischen Schulen, die sie besuchte. Die Erstkommunion war ihr ein großes Rätsel, von dem sie nicht wusste, was es bedeutet. Sie mochte aber die Vorbereitungskurse mit den anderen Kindern. Die Beichte empfand sie auch als traumatisch.

Mangels Sünden musste sie welche erfinden, und wurde so wieder zur Lügnerin. Dass sie Schauspielerin werden wollte, wusste sie schon früh. Schon im Kindergarten liebte sie Rollenspiele. Ihr Weg dahin war allerdings immer wieder geprägt von Selbstzweifeln. Doch das Aufwachsen mit drei älteren Brüdern hat sie stark gemacht. Heute ist sie dankbar, von diesem Beruf leben zu können. „Wer Schauspieler wird, nur um den Glanz zu erleben, wird es vermutlich nicht schaffen“ meint sie. „Denn Schauspieler ist ein harter Beruf, der einen emotional und körperlich extrem fordert. Kritik trifft dich direkt ins Herz, und gedreht wird oft bei Hitze und Kälte und beides darf man dir nicht ansehen“.

Ursula Strauss studierte Schauspiel am Wiener Volkstheater. Für sie war das die richtige Wahl. Das Reinhardt Seminar war ihr zu furchteinflößend. Zu berühmt war die Jury und zu viele waren die Mitbewerber. Ellbogentechnik liegt ihr nicht. Sie musste sich langsam entwickeln. Die ersten zwölf Berufsjahre spielte sie nur Theater. Eine große Stütze in ihrem Leben ist ihr Mann, mit dem sie schon seit 19 Jahren zusammen ist. Er ist aber auch ihr größter Kritiker, und das kann auch ganz schön fordernd sein, gibt sie zu.

Bei ihren Rollen ist ihr wichtig, dass sie mitgestalten kann. Sie hat auch keine Wunschprojekte für die Zukunft, sondern lässt die Dinge auf sich zukommen.