Waidhofen an der Thaya

Erstellt am 10. Juni 2018, 04:41

von Michael Schwab

Ersatzlager für Museumsverein gefunden. Objekte des Museumsvereins werden vom Bauhof in ehemaligen Schauraum gebracht. Kein Platz für Webstühle.

Heinrich Hetzer im neuen Lager des Museumsvereins in der Heidenreichsteiner Straße.  |  Michael Schwab

Für die im Bauhof gelagerten Objekte des Museumsvereins konnte nun ein Ersatzquartier gefunden werden.

Es handelt sich um den ehemaligen Pani-Schauraum in der Heidenreichsteiner Straße. Heinrich Hetzer hat sich um die Koordination der Umlagerung zusammen mit den Bauhof-Mitarbeitern angenommen. „Das Ganze hat positive und negative Seiten. Gut ist, dass wir nun eine Auslage haben, wo wir auch Exponate ausstellen können. Leider haben im neuen Lager die beiden Webstühle, die noch im Bauhof stehen, keinen Platz“, fasst Hetzer die Situation zusammen.

Alle Versuche, die Webstühle an andere Museen oder Sammler, sogar ins Ausland, herzugeben, liefen bisher ins Leere. Finden die Maschinen kein neues Zuhause, droht ihnen die Entsorgung. Rund ein Drittel der übrigen Objekte wurde bereits ins neue Lager gebracht, darunter das Musterarchiv der Teppich- und Möbelfabrik.

Die Objekte aus dem Lager werden auf Paletten verladen und von Bauhof-Mitarbeitern zum neuen Quartier transportiert. Um dort jederzeit abladen zu können, wurde ein Halteverbot eingerichtet, damit der Parkstreifen vor dem Geschäftslokal frei bleibt.

Museumsverein: Zukunft ist ungewiss

„Der große Vorteil ist, dass wir hier die Möglichkeit haben, eine ordentliche Archiv- und Depotarbeit zu machen, etwa die Aufarbeitung des Musterarchivs. Das wäre im Bauhof nicht möglich“, betont Hetzer. Außerdem gibt es im neuen Quartier auch ein WC und ein Waschbecken.

„Vorbehaltlich des zugehörigen Gemeinderatsbeschlusses in der nächsten Sitzung streben wir den Abschluss eines langfristigen Mietvertrages an“, kündigt Bürgermeister Robert Altschach an. Für sperrige Objekte würden zwischenzeitlich Container aufgestellt, damit nichts vorschnell weggeworfen werden muss.

Lagerräumung war keine Überraschung

Altschach weist auch darauf hin, dass teilweise private Dinge der Museumsmitarbeiter im Bauhof gelagert wurden. Ohne diese Objekte ist der Platzbedarf geringer. „Dass das Lager im Bauhof geräumt werden muss, war keine Überraschung, sondern mit dem Museumsvereinsobmann abgesprochen. Von daher verstehe ich die große Aufregung nicht“, fügt Altschach hinzu. Die Kosten des Lagers trägt die Stadtgemeinde.

Erwin Weisgram, Obmann des Museumsvereins, sieht dies anders: „Wir haben drei oder vier Tage vor der Deadline zum Ausräumen des Ersatzlagers erfahren. Es war in keiner Weise sicher, dass es so ein Lager überhaupt geben würde. Von rechtzeitig und langfristig kann hier keine Rede sein, es wurde bis zu diesem Zeitpunkt schon viel weggeschmissen.“

Für ihn stelle sich nun die Frage, wie es mit dem Museumsverein weitergehen soll. „Wir werden eine Vorstandssitzung machen, um diese Frage zu diskutieren. Wir müssen uns überlegen, ob der Verein weiter die Verantwortung übernehmen will, die eigentlich schon lange die Stadtgemeinde übernehmen müsste“, meint Weisgram.