Allegro Vivo: Uraufführung in Kirche. Auner Quartett war zu Gast in Waidhofen und brachte das Preisträgerwerk „Quartetto bruto“ von David Wagner zur Uraufführung. Das Publikum zeigte sich begeistert.

Von Monika Freisel. Erstellt am 15. September 2021 (04:24)
Allegro Vivo: Uraufführung in Kirche
Vahid Khadem-Missagh (künstlerischer Leiter Allegro Vivo), David Wagner (Komponist), Konstantin Zelenin (Cello), Ursula Erhard-Schwertmann (Präsidentin der INÖK), Barbara Galante Auner (Violine), Nikita Gerkusov (Viola), Daniel Auner (Violine) und Nikolaus Straka (Geschäftsführer Allegro Vivo) nach dem Konzert „Der musikalische Scherz“ in der Stadtpfarrkirche. 
Monika Freisel

Passend zum diesjährigen Motto „Humoresque“ des Festivals Allegro Vivo stand das Konzert in der Stadtpfarrkirche am Donnerstagabend unter der Parole „Der musikalische Scherz“.

Das Auner Quartett – Daniel Auner und Barbara Galante Auner an den Violinen, Nikita Gerkusov an der Viola und Konstantin Zelenin am Cello – spielte zu Beginn Joseph Haydns Streichquartett in Es-Dur, das den Beinamen „The Joke“ („Der Scherz“) trägt, aufgrund seiner unvermuteten Kehren und Wendungen im Finale, gleichsam als Karikatur des Themas des letzten Satzes.

Gewitzte Tonsprache

Danach kam das Preisträgerwerk „Quartetto bruto“ („Das wilde Quartett“) des 1966 geborenen Komponisten David Wagner zur Uraufführung, der mit dem in gewitzter Tonsprache verfassten Musikstück den Kompositionswettbewerb der INOEK (Interessengemeinschaft niederösterreichischer KomponistInnen) gewonnen hatte. Er schuf das zehnminütige Werk mit nur sechs der zwölf Töne der chromatischen Tonleiter. Das Auner Quartett erzeugte kraftvolle Klänge nicht nur mit den Saiten und Bögen der Geigen, der Viola und des Cello, die vier Musiker stampften zwischendurch kollektiv mit den Schuhen auf den Boden, klatschten mit den Händen auf ihre Oberschenkel, kreierten Laute mit den Stimmbändern, ungewöhnlich, fröhlich und lebendig – ein perfektes Allegro Vivo.

Der 1871 in Wien geborene Komponist Alexander Zemlinsky wäre heuer 150 Jahr alt geworden. Das Auner Quartett spielte sein Streichquartett Nr. 1 in A-Dur, das noch deutlich von der Romantik, speziell von Brahms, beeinflusst ist, in dem aber auch bereits die Nähe zu Schönberg spürbar ist.

Das begeisterte Publikum konnte sich noch über zwei Zugaben freuen: die wienerisch leichtfüßige „Synkopation“ von Fritz Kreisler und ein verspieltes Divertimento von Wolfgang Amadeus Mozart. Langanhaltender Applaus.