Neue Ausstellung: Gedenken an heimische Künstler. Persönliche Erinnerungen an die verstorbenen Künstler Dörrer, Fessl, Laube und Moser spielten bei der Eröffnung eine große Rolle.

Von Michael Schwab. Erstellt am 30. Juli 2020 (05:35)

Als Galerie-Assistentin Sonja Eder bei der Vernissage der Ausstellung „In Memoriam“ in der Kunst.Galerie.Waldviertel am Freitagabend vom „Höhepunkt des Jahres“ sprach, war das beileibe keine Übertreibung.

Zahlreiche Besucher waren gekommen, um Werke der vier verstorbenen Waldviertler Künster Franz Dörrer, Johannes Fessl, Theo Laube und Karl Moser zu bewundern, von denen einige bisher nicht öffentlich zu sehen waren, da sie sich im Privatbesitz befinden.

Natürlich spielte auch die Erinnerung an persönliche Erfahrungen mit den bekannten Künstlern eine wichtige Rolle an diesem Abend, gingen doch viele Waidhofner Schüler durch den Malunterricht von Theo Laube – so auch Kulturstadtrat Herbert Höpfl und Galeriebetreiber Jimmy Moser.

Für die vier Künstler war der verfügbare Ausstellungsraum grob geviertelt worden, wobei die virtuelle Bezirksgrenze längsseitig durch die Mitte des Raumes ging: Waidhofen links, Zwettl rechts. „Es ist ein kleines Heimspiel heute, mit zwei Waidhofner und zwei Zwettler Künstlern“, merkte Höpfl bei der Vernissage an.

Nachfahren bzw. Verwandte der verstorbenen Künstler, die auch für die Gestaltung der Ausstellung mit verantwortlich waren, sprachen in den jeweiligen Ausstellungsbereichen die Eröffnungsworte und stellten die Künstler kurz vor. So verschieden wie die Lebensläufe der Verstorbenen, so vielseitig waren auch die gezeigten Werke. Von Landschaftsbildern über Portraits bekannter Personen bis zu verschiedenen Drucken, Alltagsszenen und Buchillustrationen reichte das Spektrum.

Zu sehen war auch eine Original-Druckmaschine von Karl Moser – sie steht seit jeher in der Galerie. Der Musiker Karl Wilhelm Krbavac bot eine spektukuläre musikalische Einlage mit zwei Weltpremieren, die Mundart-Dichterin Isolde Kerndl las aus ihrem gemeinsam mit Johannes Fessl herausgegebenen Buch „seltsam, selten, a so oder so“ und hatte auch Anekdoten aus der Zusammenarbeit mit Fessl parat: „Er war ein sehr genauer Mensch, ich leider das Gegenteil“, meinte Kerndl zu ihrem Buch-Partner.