Rotes Kreuz: Anderer Alltag und kein Fest. Volksfest muss leider zum zweiten Mal in der Geschichte des 1967 erstmals abgehaltenen Festes abgesagt werden.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 08. April 2020 (04:15)
Das Rotkreuz-Volksfest in Waidhofen muss heuer leider abgesagt werden.
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Die Rotkreuz-Dienststelle ist gerade in mehreren Teams organisiert und nutzt dafür hauptsächlich ihre eigenen Räume. „Das ist uns besonders wichtig, dass nicht die Gruppen beieinander sind“, erzählt Geschäftsführer Bernhard Schierer. „Das Haus ist ruhiger geworden.“

Die Sanitäter achten jetzt noch mehr als sonst auf die Hygiene und legen die Schutzausrüstung an. Sind genug vorhanden? „Es geht“, sagt Schierer. „Es wird wie überall knapp, aber wir können noch alle Mitarbeiter versorgen.“ Das Team sei grundsätzlich gut aufgestellt, aber „dass der Zivildienst verlängert wurde, war schon eine sehr gute Initiative.“ Dazu kommen noch zwei außerordentliche Zivildiener, die ins Rotkreuz-Haus zurückgekehrt sind.

Ein großer Wermutstropfen ist die notwendige Absage einer der größten Veranstaltungen in Waidhofen: Das Rotkreuz-Volksfest wäre im Juni vorgesehen gewesen und ist aufgrund der aktuellen Corona-Lage ersatzlos gestrichen worden. „Schweren Herzens müssen wir aber auch frühzeitig die Konsequenzen ziehen, da der Kartenverkauf üblicherweise zwei Monate vor dem Fest beginnt und das wäre bereits Ende April“, berichtet Bezirksstellenleiter Günter Stöger.

Volksfest-Absage heißt: finanzieller Verlust

„Unsere Rotkreuz-Mitarbeiter sind derzeit über ihre Grenzen hinaus im Einsatz“, denkt er dabei vorwiegend an Einsätze, die mit dem Coronavirus zu tun haben. Fahrzeuge müssen jedes Mal gründlich gereinigt werden, Mitarbeiter duschen und waschen ihre Kleidung. „Zu den körperlichen Anstrengungen kommen derzeit auch noch die psychische Belastung von Infektionstransporten und Covid-19-Testungen. Das jetzt eingesetzte Personal ist vielfach auch beim Volksfest tätig, was die Situation erschwert“, laufen doch die Vorbereitung für das Event das ganze Jahr über.

Das ist ein großer Verlust: „Der finanzielle Ausfall des Volksfestes wird uns im Rechnungsabschluss 2020 stark belasten. Wir müssen auf die Rücklagen der letzten Jahre zurückgreifen“ erklärt der Bezirksstellenleiter. Er bittet die Bevölkerung daher um weitere finanzielle Unterstützung.

Geplant ist für den Sommer, die Mitgliederfamilie zu vergrößern. Eigens geschulte und uniformierte Mitarbeiter besuchen Haushalte im Einzugsbereich der Bezirksstelle und ersuchen um eine unterstützende Mitgliederschaft.