Start problemlos bei Fitnessstudios. Anfangs noch zögerlich aber problemlos liefen die Fitnessstudios in Waidhofen an. Abstand ist leicht einzuhalten.

Von Michael Schwab. Erstellt am 02. Juni 2020 (15:59)

Der 29. Mai war für Fitness-Fans und Fitnessstudiobetreiber ein wichtiger Tag: Erstmals seit der Corona-Schließung Mitte März durfte am Freitag wieder in den Studios trainiert werden.

Genaue Bestimmungen erst vier Tage vor der Öffnung

Das Datum geisterte schon eine Weile vorher in Ankündigungen der Regierung herum, die genauen Details, wie die Hygienemaßnahmen ausschauen sollen, blieben jedoch im Unklaren. „Erst am 25. Mai, vier Tage vor der Öffnung, haben wir die endgültige Verordnung erhalten. Das Schwierige an der Situation war, dass immer wieder Kunden angerufen haben und wissen wollten, wie es weitergeht, und wir wussten es selber nicht“, berichtet Trainer Stefan Bittner vom Fit Aktivcenter in Waidhofen.

Keine Maske beim Training

Er ist froh, dass letztendlich praxistaugliche Rahmenbedingungen vorgegeben wurden, unter anderem, dass beim Training kein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das funktioniert hätte. Es gibt genug Leute, die damit unter körperlicher Belastung nicht genug Luft bekommen.“

Nach der aktuellen Verordnung gilt die Maskenpflicht nur bis zur Garderobe, im Studio ist kein Mundschutz notwendig. Der einzige Unterschied zu „früher“ ist, dass nun auch beim Krafttraining die Geräte nach jeder Benutzung durch den Kunden desinfiziert werden müssen, was vorher nur bei den Ausdauergeräten vorgeschrieben war. „Alle Stellen, die mit der bloßen Haut in Berührung gekommen sind, müssen desinfiziert werden“, erklärt Bittner.

Abstand unproblematisch, Start etwas verhalten

Probleme, genug Abstand zwischen den Trainierenden einzuhalten, sieht er nicht. Eine Beschränkung der Besucherzahl gibt es derzeit keine, es gilt aber zwei Meter Abstand zu anderen Sportlern einzuhalten, und das Personal muss einen Mund-Nasen-Schutz tragen – wobei man hier im Fit auf Gesichtsvisiere setzt.

„Selbst mit der (mittlerweile gestrichenen, Anm.) Zehn-Quadratmeter-Regel wie in Geschäften hätten wir 40 Leute auf einmal reinlassen dürfen. So viele Trainierende hatten wir aber nicht einmal zu Normalzeiten gleichzeitig im Haus“, merkt Bittner an.

Der Start am Freitag erfolgte noch mit etwas Zurückhaltung. Es seien zwar gleich in der Früh die ersten Leute gekommen, doch der große Ansturm blieb aus: „Ich bin mir nicht sicher, ob die Leute noch Angst vor einer Ansteckung haben, oder ob sich viele dachten, am ersten Tag wird viel los sein, da warte ich lieber noch.“

Mitarbeiter in Kurzarbeit

Derzeit befinden sich alle Mitarbeiter in Kurzarbeit, je nachdem, wie sich der Betrieb entwickelt, wird man zum Normalbetrieb übergehen. Die Zeit der Schließung wurde für kleine Reparaturen und Ausbesserungsarbeiten genutzt, sowohl an den Geräten als auch im Sanitärbereich. Das Restaurant im Aktivcenter öffnete bereits wie die übrige Gastronomie am 15. Mai. „Anfangs haben die Gäste angerufen und wollten reservieren, das hat sich mittlerweile wieder aufgehört. Dass jemand keinen Platz bekommt, hat es bisher nicht gegeben“, sagt Bittner.

Fitnesstudio-Kunden erhalten die Zeit, in denen kein Training möglich war, auf ihre Verträge gutgeschrieben. Monatliche Bankeinzüge wurden gestoppt – wem hier noch Geld für Zeiträume, in denen geschlossen war, abgebucht wurde, erhält ebenfalls Zeit gutgeschrieben.

Mrs. Sporty: Kaffeeecke als Wartebereich

Ähnlich wie im Fit Aktivcenter spielte sich der Neustart auch bei Mrs. Sporty in der Waidhofner Böhmgasse ab. „In der Früh war der Besuch noch etwas zaghaft, aber ab 10 Uhr kam es ins Laufen“, berichtet Betreiberin Tamara Haider. Die Freude der Kundinnen – Mrs. Sporty ist ein Fitnessstudio ausschließlich für Frauen – sei groß gewesen. „Wir haben auch räumlich ein wenig umgestellt, damit man sich trotz der Hygienemaßnahmen wohlfühlt. So haben wir als Wartebereich eine Kaffeeecke eingerichtet“, sagt Haider.

Da man vor den „Smart Trainern“ ohnehin steht und nicht sitzt, gestaltet sich auch die Desinfektion einfacher. Die Abstände wären ausreichend gewesen, trotzdem habe man die Anzahl der Geräte reduziert, um mehr Abstand zwischen den Trainierenden zu gewährleisten.

Kontaktloses Training als Vorteil

„Unserer kontaktloses Training ist in dieser Situation ein Vorteil“, ist Haider überzeugt. Probleme mit Wartezeiten wegen zu vieler Kundinnen habe es nicht gegeben: „Es geht sich immer aus, weil alle flexibel kommen. Wenn man einmal eine Minute warten muss, bis jemand fertig ist, ist das auch kein Problem.“