Crowdfunding: „Ich bin ein Teil des Albums“. Das Duo „David und der Wolf“ sucht für seine CD nach Unterstützern, dafür winkt etwa eine Segeltour am Stausee.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 17. Juli 2019 (04:07)
David und der Wolf
Wolfgang Schöbitz und David Stellner suchen nach Musikfans, die sich an ihrem Album beteiligen wollen – und starteten hierfür eine Crowdfunding-Kampagne. Jeder Unterstützter wird dafür auch belohnt.

„David und der Wolf“ machen ein Album – und jeder kann dafür einen Beitrag leisten. David Stellner und Wolfgang Schöbitz initiieren dafür ein Crowdfunding-Projekt, wobei vordergründig nicht die Finanzierung stehe. „Wir hätten das Geld schon zusammengekratzt“, erzählt Stellner, ein gebürtiger Waidhofner.

„Mir geht es darum, dass man etwas gemeinsam schafft und dass jeder erkennt: Ich bin wirklich dafür verantwortlich. Ich bin ein Teil des Albums.“ Die zwei Musiker kennen einander: „Die Wandervögel“ ist eines der Projekte, wo sie dabei sind. Stellner fand in Schöbitz einen Partner, mit dem er persönliche Lieder in Musik fassen konnte.

Ottensteiner Stausee als Inspirationsquelle

Die Texte drehen sich um Liebe, Tod, Krankheit oder auch Therapie, oft entstanden am Stausee in Ottenstein. Letzteres sei ein Thema, worüber im Waldviertel nicht gern gesprochen werde und das ein wenig peinlich sei. „Ich glaube, dass sich da viele Leute finden werden“, erklärt er. Sie sollen sehen, „das geht nicht nur uns so.“ Die Songs sind dem Volkslied und Wiener Lied nahe, auch in der Sprache.

Gitarren, Bass, Akkordeon und vielleicht noch andere In stru mente werden dafür bespielt. Bis zu 15 Titel stehen für das Album zur Auswahl, acht werden letztlich im Wiener Tonstudio von Alexander Lausch, ebenfalls ein Waidhofner und „mein ältester Tontechniker“, aufgenommen werden. Stellner lebt von seiner Musik, mag im Vergleich zu einem 40-Stunden-Job viel lieber die Freiheit eines Tages. „Ich werde oft gefragt, ob ich davon leben kann und das ist eigentlich das Schwierigste: dass man sich rechtfertigen muss“, führt der 28-Jährige aus.

„Ich werde oft gefragt, ob ich davon leben kann, und das ist eigentlich das Schwierigste: dass man sich rechtfertigen muss.“ David Stellner

„Wir müssen uns vor allem mit den Wandervögeln keine Sorgen machen.“ Die Band ist viel unterwegs, war in Washington und Athen, in Japan und Italien. Wien ist Stellners derzeitiger Wohnort: „Teilweise ist es mir dort zu laut“, muss er einräumen. „Aber ich kenne die Leute und viele Bands“, beschreibt er eine pulsierende Musik-Szene, in der Nationen wie der Iran oder Slowenien vertreten sind. „Wien ist super“, mag er die multikulturelle Gesellschaft. Warum will er in der heutigen Zeit, in der Streaming jede Verkaufszahl überholt hat, eine CD produzieren?

„Wir sind viel unterwegs und haben gemerkt: Das Publikum will etwas nach Hause nehmen“, erklärt er. „Die ganzen FM4-Bands haben Rucksäcke und andere Sachen. Wir verkaufen eigentlich noch viele CDs.“ Diese sind viel mehr als Datenträger: „Wir arbeiten mit Künstlern zusammen“, diese kreieren das grafische Design. „Jeder Käufer hat ein Kunstwerk in der Hand.

Nichtsdestotrotz werden die Songs zusätzlich digital verfügbar sein. 6.000 Euro sollen zusammenkommen, und jeder Unterstützer erhält eine Belohnung: vom Download-Code und signiertem Album über die Volkstanz- und Jodelstunde mit Schöbitz und einer Song-Idee für Stellner bis hin zu einem exklusiven Konzert und einer Segeltour am Ottensteiner Stausee. Infos: wemakeit.com