Gefängnisstrafe für leugnenden Betrüger. Mit Rede- und Überzeugungskunst ergaunerte sich Waldviertler Geld. An Kremser Richterin prallte „Dampfplauderei“ aber ab.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 03. November 2019 (20:13)

„Ich habe mit vielen Methoden probiert, zu meinem Geld zu kommen“, räumte ein 52-Jähriger aus dem Bezirk Waidhofen vor Gericht ein. In betrügerischer Absicht wollte der von Exekutionen und Insolvenzen gebeutelte Waldviertler seine Geschäfte aber nie durchgeführt haben, versicherte er. Im Kampf um seine beteuerte Unschuld setzte er seine Hauptwaffe, seine Wortgewalt, ein: Er fand auf jede Frage der Senatsvorsitzenden eine Antwort, für jede Anschuldigung eine entlastende Erklärung.

Richterin Monika Fasching-Lattus ließ sich nicht schwindelig reden. Sie hielt sich an die Fakten und brachte es nach drei Prozesstagen und einem umfangreichen Beweisverfahren mit ausschweifenden Erklärungen des Waldviertlers auf den Punkt: Sie befand den 52-Jährigen unter anderem für schuldig, das Lagerhaus Zwettl getäuscht und sich Werkzeug im Wert von über 900 Euro erschwindelt zu haben. Weiters habe er einem Landwirt aus dem Bezirk Horn, unter der Vorspiegelung als Sicherheit eine Liegenschaft in Besitz zu erhalten, insgesamt ein Darlehen von 63.500 Euro abgeschwatzt. Einem Darlehensgeber habe er sogar die Beteiligung an einem Haus in Schweden vorgegaukelt, listete die Richterin auf. Sie verhängte über den einschlägig vorbestraften 52-Jährigen wegen gewerbsmäßig schweren Betruges 24 Monate, davon muss der Waldviertler acht Monate hinter Gittern absitzen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig: Für die Staatsanwältin war die Strafe zu gering und sie meldete sofort Strafberufung an.