VTW GmbH: Vertrag mit Stadtgemeinde fixiert. Ein wichtiger Schritt zur Errichtung eines Formenbau-Werks durch die von Ex-Husky-Mitarbeitern gegründete VTW GmbH in Waidhofen (die NÖN berichtete und sprach mit Geschäftsführer Manfred Schinko) wurde in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag gesetzt: Der Vertrag zwischen VTW und Stadtgemeinde ist unter Dach und Fach.

Von Red. Waidhofen. Erstellt am 13. Dezember 2019 (13:00)
Markus Böhm von der VTW, Bürgermeister Robert Altschach, VTW-Geschäftsführer Manfred Schinko, Stadtamtsdirektor Rudolf Polt, Christian Weber von der VTW, Vizebürgermeister Gottfried Waldhäusl, Christian Rada von der VTW, Stadtrat. Thomas Lebersorger, Bereichsleiter Michael Androsch, Stadtrat Martin Litschauer und Stadtrat Franz Pfabigan am Grundstück nördlich des Lagerhauses, wo das VTW-Werk errichtet werden soll.
Stadtgemeinde Waidhofen

12 Millionen Euro will die Firma mit dem indischen Investor Dayanand Reddy, dem Gründer von Vasantha Tool Crafts, in Waidhofen investieren. Auf einem 20.000 Quadratmeter großen Areal sollen auf 4.000 Quadratmetern Produktionsfläche voraussichtlich ab Frühjahr 2021 Spritzgusswerkzeuge für die Verpackungsindustrie gefertigt werden. 90 Arbeitsplätze inklusive Lehrlingsausbildung sollen dadurch geschaffen werden.

Vertrauliche Verhandlungen zwischen der Waidhofner Stadtgemeinde und der VTW GmbH liefen seit August. Politisch wurden diese von Bürgermeister Robert Altschach (ÖVP) geführt. Seitens der Verwaltung waren Stadtamtsdirektor  Rudolf Polt und Be-reichsleiter Michael Androsch federführend. Die Weichen für die Realisierung der Betriebsansiedlung stellte der Gemeinderat am 12. November mit dem einstimmigen  Grundstücksverkauf im Betriebsgebiet Nord-West an die  VTW GmbH um rund  500.000 Euro. In der Sitzung am 12. Dezember wurde der VTW außerdem eine Option auf weitere Flächen eingeräumt.

„Dieses Projekt ist wichtig für Waidhofen und die gesamte Region, weil dadurch qualifizierte Arbeitsplätze nachhaltig gesichert werden“, freut sich Bürgermeister Altschach über den Erfolg. 

Das Projekt bedarf Umwidmungs- und Infrastrukturmaßnahmen durch die Stadtge-meinde. Grundlage dafür ist der am Donnerstag erfolgte Vertragsabschluss. Der Finanzierungsbedarf für Straßenbau, Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung seitens der Stadt liegt bei 2,4 Millionen Euro. Finanziell möglich ist das mit Unterstützung des Landes NÖ und ECO Plus mit insgesamt 500.000 Euro und der VTW GmbH, die sich  selbst mit 210.000 Euro beteiligt. Die weiteren Kosten werden über geförderte Darlehen abgewickelt.

Entscheidend für die Wahl Waidhofens als Standort war die Erfüllung der Kriterien der indischen Architekturlehre „Vastu". Das Grundstück nördlich des Lagerhauses stellte sich hinsichtlich der räumlichen Ausrichtung als optimal heraus.

Für die Stadt Waidhofen bedeutet das Husky-Aus nicht nur den Verlust von Arbeitsplätzen, sondern auch spürbare Verluste an Kommunalsteuereinnahmen in der Größenordnung von 300.000 Euro. Die VTW GmbH bieten nun eine Chance, diese Effekte abzufedern. Wie berichtet, soll ein wesentlicher Teil der künftigen Mitarbeiter aus der Ex-Husky-Mannschaft stammen. „Mit Jahresende wird eine große Zahl von Fachkräften durch das Husky-Aus frei. Es gilt, dieses Potential in der Region zu halten“, betont VTW-Geschäftsführer Manfred Schinko.