535 Millionen Euro für neues Klinikum. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, ÖVP NÖ-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner, ÖVP NÖ-Klubobmann Bürgermeister Klaus Schneeberger sowie regionale Abgeordnete und Spitzenfunktionäre trafen in Bad Erlach zu einem Arbeitsgespräch zusammen. Auch das neue Landesklinikum in Wr. Neustadt wurde dabei thematisiert.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 21. Oktober 2019 (21:36)

Arbeit, medizinische Versorgung, Verkehr, Wohnbau, Klimaschutz, Bildung – unter anderem diese Themenbereiche waren es, die bei der Arbeitskonferenz der Bezirks-ÖVP in der „Linsberg Asia“-Therme in Bad Erlach eine zentrale Rolle spielten. Nach den Gesprächen mit den Abgeordneten, Bürgermeistern und Spitzenfunktionären aus den Gemeinden präsentierte Landeshauptfrau und ÖVP NÖ-Chefin Johanna Mikl-Leitner die Ergebnisse dieser Beratungen.

Mikl-Leitner: "Weiter auf Aus- und Weiterbildung setzen!"

Ebendiese Treffen seien wichtig, da „Niederösterreich nicht nur das größte, sondern auch das vielfältigste Bundesland“ sei, so Mikl-Leitner. Diese Vielfalt spiegle sich in den Regionen wider, weshalb es ihr und ihrem Team wichtig sei, „das ganze Jahr über in allen Bezirken unterwegs zu sein“, wie sie sagte. Zentrales Thema sei bei der Konferenz die Arbeit gewesen, betonte die Landeshauptfrau. Zwar sei die Entwicklung am Arbeitsmarkt grundsätzlich positiv – man stehe aber auch vor großen Herausforderungen. „Die Betriebe suchen qualifizierte Fachkräfte. Das heißt für uns, dass wir in die Aus- und Weiterbildung investieren müssen“, stellte die Landeschefin fest – und verwies etwa auf die sogenannte „Lehrlingsoffensive“, die in Niederösterreich gestartet wurde und auch 2020 fortgeführt werden soll. Die Arbeitslosenquote im Bezirk lag im Jahr 2018 im Schnitt bei rund 9,7 Prozent. 2015 waren 10,8 Prozent ohne Job.


Forderung nach Verdoppelung der Medizinstudienplätze

Große Herausforderungen gebe es auch im Bereich der Medizin, so Mikl-Leitner. Zwar gebe es im Bezirk insgesamt 56 niedergelassene Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag, es sei aber immer schwieriger, offene Hausarztstellen nachzubesetzen. „Als Land stehen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten den betroffenen Gemeinden, den Krankenkassen und der Ärztekammer zur Seite“, so Mikl-Leitner. Konkret nannte sie die Initiative „Landarzt“, wo Ärzte aus den Kliniken bereitgestellt werden, sofern eine Stelle trotz mehrmaliger Ausschreibung zumindest ein Jahr lang unbesetzt bleibt. „Klar ist aber, dass es in den nächsten Jahren weitere Maßnahmen braucht, damit wir die Pensionierungen bei den Landärzten ausgleichen können“, so die ÖVP NÖ-Parteiobfrau. Und einmal mehr forderte Mikl-Leitner unter anderem eine Verdopplung der Medizinstudienplätze.

Im Bezirk sei das Landesklinikum Wiener Neustadt eine "zentrale Einrichtung", betonte Mikl-Leitner. Dass die Ärzte und Pfleger hier "großartige Arbeit" leisten, würde die Patientenbefragung zeigen - 92,7 von hundert Punkten würden dies deutlich unterstreichen, so Mikl-Leitner. Und die Landeshauptfrau verwies auf den geplanten Neubau des Klinikums. Bis 2028 will man dafür rund 535 Millionen Euro in die Hand nehmen.


Das Land als "Vorreiter im Klimaschutz"

Auf die 23 Gemeinden im Bezirk, die Teil des Klimabündnisses seien, und auf neun Energie-Vorbildgemeinden verwies die Landeshauptfrau dann beim Themenblock Klimaschutz – da sei Niederösterreich nämlich Vorreiter, zeigte sie sich überzeugt. „Bereits heute kann im Bezirk Strom aus erneuerbarer Energie für 35.200 Haushalte erzeugt werden“, erklärte Mikl-Leitner – das schütze nicht nur das Klima, sondern bringe auch wirtschaftliche Vorteile.

Auf die Frage, ob denn auch die Gemeinderatswahl am 26. Jänner 2020 bereits Thema bei der Konferenz gewesen sei, meinte Mikl-Leitner, dass man „nach Weihnachten einen kurzen, intensiven Wahlkampf“ führen wolle. Im Hintergrund würden aber natürlich bereits die Vorbereitungen laufen, so die Landeshauptfrau vor Medienvertretern.