Jüdische Geschichte: Beitrag gegen das Vergessen. Johann Hagenhofer, Werner Sulzgruber und Gert Dressel präsentierten ein Ergebnis ihrer Forschung: Das Buch „Eine versunkene Welt“.

Von Philipp Hacker-Walton. Erstellt am 30. März 2019 (05:37)
Hacker-Walton
Buchpräsentation vor vollem Haus im Gemeindesaal Bad Erlach: Landeshauptmann a.D. Erwin Pröll, die Herausgeber Hans Hagenhofer, Werner Sulzgruber und Gert Dressel, Bürgermeister Hans Rädler und Regionsobmann Friedrich Trimmel. Das Buch „Eine versunkene Welt“ ist im Februar im Kral-Verlag erschienen.

Jahrelang erforschte ein Autorenteam mit den Herausgebern Johann Hagenhofer, Werner Sulzgruber und Gert Dressel die jüdische Geschichte der Region Bucklige Welt-Wechselland (die NÖN berichtete). Am Freitag wurde das Buch „Eine versunkene Welt“ (Kral-Verlag) im vollbesetzten Gemeindesaal vorgestellt.

Johann Hagenhofer schilderte die Fluchtgeschichte einer jüdischen Familie aus Hochwolkersdorf, die u.a. mithilfe von Schleppern über die Donau nach Palästina flüchtete: „Das erinnert an die Gegenwart“, sagte Hagenhofer. Für ihn ist das Buch „ein Beitrag dazu, dass keiner mehr sagen muss: ‚Es ist, als ob es uns hier in der Region nie gegeben hätte‘“.

"Wir sind im Umgang mit unserer Geschichte mutiger geworden"

Bürgermeister Hans Rädler sprach von einem „mutigen Projekt“: „Vor 20 Jahren wollte man noch nicht über das Thema reden.“

Auf diesen Wandel verwies auch Landeshauptmann a.D. Erwin Pröll: „Wir sind im Umgang mit unserer Geschichte mutiger geworden. Geschichtskultur, wie sie am heutigen Abend spürbar wurde, ist ganz und gar nicht selbstverständlich und ein Zeichen für einen neuen Umgang mit der eigenen Vergangenheit, die auch bittere Seiten hat.“ Für sein entschlossenes „Nie mehr wieder!“ wurde er mit viel Beifall bedacht.