Rettung für „Krabbler“ in Hollenthon. Drei Ameisenhügel wurden von Mitgliedern der Berg- und Naturwacht gerettet und an einen neuen Ort gebracht.

Von Franz Stangl. Erstellt am 15. Mai 2021 (04:13)
Martin Feuchtinger, Matthias Schlager, Wolfgang Schwed, Peter Herger, Hubert Schwarz sowie (vorne) Tarik Ovaovich bei der „Umsiedelungsaktion“.
Franz Stangl

Eine Rettungsaktion in Hollenthon erforderte am Samstagvormittag den Einsatz von drei Mitgliedern der Niederösterreichischen Berg- und Naturwacht, Ortsgruppe Pernitz. Doch keine verunglückten oder verloren gegangenen Bergsteiger galt es zu retten, sondern drei Ameisenhügel der besonders schützenswerten, hügelbauenden Waldameisen.

Notwendig wurde der Einsatz durch die geplante Errichtung eines Holzhauses in der Hollen-thoner Waldsiedlung. Dieses Bauvorhaben sollte just an der Stelle umgesetzt werden, an dem es die kleinen „Krabbler“ für richtig gehalten hatten, ihre eigenen Wohnhügel zu platzieren. Der Bauherr und „BOKU“- Absolvent Martin Feuchtinger nahm daraufhin Kontakt mit der Berg- und Naturwacht auf, die unter ihren Mitgliedern bestens ausgebildete „Ameisenheger“ hat: „Da ruft jemand an und sagt: Ich habe ein Problem. Es muss begründet werden – wie in diesem Fall ein Bauvorhaben. Die Grundbesitzer müssen einverstanden sein, dann machen wir eine Notumsiedlung“, erklärt ein Mitglied des Rettungstrupps gegenüber der NÖN.

Am Samstagvormittag rückten sie schließlich mit Behältern an und hoben vorsichtig Schicht um Schicht ab. Auch der Baumstock, um den der Hügel gebaut war, musste als bevorzugtes Domizil der Ameisenköniginnen mitgenommen werden. Ein neues Zuhause war übrigens schnell gefunden: In einem Waldstück von ÖVP-Vizebürgermeister Hubert Schwarz dürfen die Tiere jetzt nach Lust und Laune weiterkrabbeln.