Ende der Fastenzeit: 40 Tage ohne ein Laster. Vorbereitung auf Ostern oder dem Körper zuliebe: Aus diesen Gründen fasten Persönlichkeiten aus dem Bezirk.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 16. April 2019 (05:08)
Kristina Veraszto
Beim Vorstand der ÖVP Sollenau steht in der Fastenzeit Sport und gesunde Ernährung am Programm – und das noch für einen guten Zweck. Am Foto (v.l.): Gerald Spiess, Stefan Danzinger, Helga Igel, Martin Kabicher, Hans-Michael Putz, Eva-Maria Savera, Herbert Jechart, Manuela Frisch und Heinrich Steiner (vorne) mit Hündin Luna.

Wenn die Kilos nur so purzeln und in der Küchen-Naschlade schon lange keine Schokolade mehr liegt, dann hat man wohl die Fastenzeit genützt: Viele Menschen nehmen sich 40 Tage vor Ostern bewusst zurück und verzichten zum Beispiel auf Zucker oder Fleisch. Andere wiederum nehmen sich vor, öfter als sonst das Handy aus der Hand zu legen.

Die Motive, warum Menschen fasten, könnten dabei nicht unterschiedlicher sein. Die NÖN hat sich umgehört, welche Gründe es zum Fasten gibt. Stadt-Baudirektor Manfred Korzil fastet jedes Jahr aus religiösen Gründen. „Heuer habe ich auf Alkohol, Kaffee und Schokolade verzichtet. Ich mache das sehr gerne, um mich auf das Osterfest vorzubereiten.“

Auch Martina Leipelt, Direktorin der Volksschule St. Christiana, nimmt sich bewusst zurück: „Ich faste, weil ich überzeugte Christin bin. Aber ich verzichte nicht unbedingt auf Lebensmittel, sondern bemühe mich um einen achtsameren Umgang mit meinen Mitmenschen.“ Bezirksärztevertreterin Martina Dinhobl hat über die Jahre gemerkt, dass Entschlackungs- oder Entgiftungskuren durchaus „modern“ geworden sind, sie selbst nimmt das Fasten am Aschermittwoch und am Karfreitag ernst. Karl Heinz Greiner, Feuerwehrkommandant des Abschnittes Wiener Neustadt-Nord, nützt die Fastenzeit, um seinem Körper etwas Gutes zu tun. „Ich verzichte auf Süßigkeiten. Das habe ich auch schon letztes Jahr gemacht, aber heuer bin ich noch mehr dahinter.“

„Heuer habe ich auf Alkohol, Kaffee und Schokolade verzichtet. Ich mache das, um mich auf das Osterfest vorzubereiten.“ Stadt-Baudirektor Manfred Korzil über die Fastenzeit.

Der süßen Versuchung widersteht auch Wiener Neustadts zweite Vizebürgermeisterin Margarete Sitz: „In der Fastenzeit verordne ich mir keine Süßigkeiten zu essen. Und das gelingt mir sehr gut. Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie man schön langsam auch kein Verlangen mehr hat.“

Auch bei Lichtenwörths SPÖ-Bürgermeister Harald Richter bleibt die Naschlade während der Fastenzeit zu und bei den Mahlzeiten nimmt sich der Ortschef zurück: „Ich versuche, nur ein Mal am Tag zu essen und ich trinke auch weniger Alkohol, aber als Bürgermeister wird man oft eingeladen“, scherzt Richter im NÖN-Gespräch. Dass man zu einem guten Achterl manchmal einfach nicht „Nein“ sagen kann, weiß auch der singende Autohändler Toni Ebner: „Ich nehme mir jedes Jahr vor zu fasten, aber es ist schwierig es durchzuhalten, so ehrlich muss man sein. Ich merke aber schon, dass in der Gesellschaft ein gewaltiges Umdenken stattfindet, was die Nachhaltigkeit und den Klimaschutz betrifft. Das gefällt mir sehr.“

Unternehmer Karl Linauer hat bereits vor der Fastenzeit mit der Mayr-Kur begonnen und sich fleischarm und zum Teil auch nur vegetarisch ernährt. „Ich habe 15 Kilogramm abgenommen und ich denke, dass ich es nächstes Jahr wieder machen werde. Das Auto bringt man ja auch regelmäßig zum Service und so muss man auch seinem Körper regelmäßig etwas Gutes tun.“

Diese Meinung teilt auch Grüne-Gemeinderätin Tanja Windbüchler-Souschill, die heuer auf Fleisch und Fisch verzichtet: „Ich faste einerseits für den Klimaschutz und andererseits für meinen Körper.“

Dass man in den 40 Tagen vor Ostern aber nicht nur sich selbst etwas Gutes tun kann, beweist der Vorstand der ÖVP Sollenau. Dieser hat die Fastenzeit genützt, um gemeinsam abzunehmen und dabei Geld für den guten Zweck zu sammeln. Für jedes Kilogramm, das die Gruppe verliert, wird jedes Mitglied einen Euro spenden. Das Geld wird am Ende auf die Feuerwehr Sollenau und auf das Rote Kreuz Sollenau-Felixdorf aufgeteilt. Am Beginn der Fastenzeit wog der elfköpfige Vorstand 1.120 Kilogramm. „Nächste Woche findet das große Abwiegen statt. Aber ich schätze, dass es mindestens 40 Kilogramm sein werden. Wir werden die Aktion nächstes Jahr wieder machen und hoffen, dass dann auch aus der Bevölkerung Menschen mitmachen. Da kann schon eine ordentliche Summe zusammenkommen“ ist Sollenaus ÖVP-Gemeinderat Gerald Spiess überzeugt.

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