Ortskerne beleben: Wachstum nicht um jeden Preis. Gemeinden beleben Zentren und achten auf die Infrastruktur für die Bewohner.

Von Bettina Kreuter. Erstellt am 26. März 2019 (04:03)
Baldauf
Reinhard Knobloch, Stefan Wöckl, Gustav Glöckler und Ingrid Klauninger.

Vor gut fünf Jahren wurde in Sollenau der erste Schritt zur Ortskernbelebung gesetzt. Seitdem sind zahlreiche frei finanzierte Wohnungen mit Geschäftslokalen entstanden. „Die Wohnungen werden gut angenommen. Wir bauen auch den Kindergarten und die Schule aus“, sagt SPÖ-Bürgermeister Stefan Wöckl. Für junge Leute (bis 34 Jahre) gibt es etwas außerhalb 50 Wohnungen.

In Theresienfeld wird gerade das Grundstück des ehemaligen Gasthauses Jestl mit betreubaren und barrierefrei anpassbaren Wohnungen bebaut – und das direkt am Hauptplatz. Auch die vier Geschäfte seien laut SPÖ-Ortschefin Ingrid Klauninger schon vergeben: „Die Ortskernbelebung ist uns sehr wichtig. Geplant ist, dass die Wohnungen im Herbst 2020 übergeben werden. Schon im Frühjahr 2020 wollen wir mit dem neuen Kindergarten fertig sein.“

"Wollen die Stadtentwicklung auf eine breite, fundierte Basis stellen"

Wachstum soll aber nicht zu jedem Preis und in jedem Tempo stattfinden, wie die aktuelle Bausperre für den großvolumigen Wohnbau in Wiener Neustadt zeigt: „Wiener Neustadt hat sich mit dem Stadtentwicklungsprozess STEP WN2030 das Ziel gesetzt, eine städteplanerische Richtschnur für mindestens zehn Jahre zu erarbeiten. Wir wollen damit Verbauungstendenzen entgegenwirken und die Stadtentwicklung auf eine breite, fundierte Basis stellen“, erklärt ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger. Bis zu dessen Beschluss sei eine Bausperre unumgänglich und ein wesentlicher Schritt.

In Bad Fischau-Brunn erarbeitete man 2011 ein Ortsentwicklungskonzept, um den dörflichen Charakter zu bewahren. „Wir haben jetzt 3.500 Einwohner und wollen nicht weiter wachsen. Deshalb haben wir die Bebauung von Grundstücken auf maximal zwei Wohneinheiten beschränkt“, schildert ÖVP-Bürgermeister Reinhard Knobloch. Dazu entschloss sich der Gemeinderat auch in Wöllersdorf-Steinabrückl. „Wichtig ist eine geordnete Zusiedlung in einem Tempo, das auch für uns mit der Infrastruktur steuerbar ist“, so ÖVP-Ortschef Gustav Glöckler. Wichtig sei es, Leerstände zu vermeiden und die Grundstücke leerstehender Gebäude zu nutzen. So auch derzeit beim Zentrumsprojekt, wo anstelle eines alten Bauernhofes Neues entsteht.

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