Stornogebühr: Hoffen, dass alle kommen. Das sagen die befragten Gastronomen im Bezirk dazu.

Von Bettina Kreuter. Erstellt am 19. März 2019 (03:33)
Kreuter
Anita Pfeffer und Tony Rakovec in ihrem Lokal „Archiv“ in Matzendorf-Hölles, das selten so leer wie am Foto ist.

Immer mehr Wirte in Wien verlangen Stornogebühren, wenn Gäste einen Tisch reservieren – und schließlich nicht kommen. Die NÖN wollte wissen, wie die Gastronomen in der Stadt Wiener Neustadt und im Bezirk es handhaben.

Evris Mavrofrydis vom griechischen Restaurant „Olymp“ in Wiener Neustadt braucht keine Stornogebühren, denn: „Wir haben viele Stammgäste, wenn sie reservieren, dann kommen sie auch.“

Bernhard Gruber vom „Alten Backhaus“ glaubt, dass Zahlen fürs Nichterscheinen auch keine Antwort sei, aber: „Wir sind gefragt, eine Lösung zu finden. Es ist schade, wenn jemand nicht anruft und absagt, aber es passiert.“ Gruber appelliert an den gesunden Menschenverstand der Gäste: „Ich hoffe, dass man auch den Wirt leben lässt.“

"Es ist schon nervig, wenn Tische ausfallen"

Beim Gasthaus Fromwald in Bad Fischau-Brunn wird nichts verrechnet, aber: „Es ist schon nervig, wenn an Spitzentagen ein bis zwei Tische ausfallen“, meint Hans Fromwald.

Im Archiv Bistro in Matzendorf-Hölles sind vor allem die Brunchtermine sehr beliebt. In den zwei Jahren seines Bestehens hat sich das Lokal schon einen Namen gemacht. Tony Rakovec will sich auch als Wirt auf die Gästeanzahl einstellen können und kein Essen wegwerfen müssen: „Wir rufen die Gäste, die reserviert haben, einen Tag vor der Veranstaltung an“, so der junge Gastronom.

Johanna Halbwax vom Gasthaus Halbwax in Lichtenwörth möchte das Bewusstsein ihrer Gäste schärfen. Denn auch wenn die Gäste kommen, aber es dann statt der 20 nur 17 Personen sind, bedeuten drei freie Plätze für sie einen Verlust. Das wäre für sie ein kleiner Tisch, den sie vergeben könnte. Geld habe sie nur ein einziges Mal verlangt: „Eine Dame hat für den Muttertag einen Tisch für 20 Personen mit Blumenschmuck bestellt. Als sie nicht gekommen ist, habe ich sie eine Stunde später angerufen“, erzählt Halbwax. Für die Vergesslichkeit verrechnete ihr die Gastronomin einen kleinen Unkostenbeitrag, der anstandslos bezahlt wurde.

Das Problem, dass kleinere Gruppen kommen als bei der Bestellung angegeben, kennt auch Spitzengastronom Uwe Machreich. Es gehe ihm nicht so sehr um den Umsatzverlust als um den Imageschaden: „Die Gäste reden darüber, wenn bei uns ein Tisch leer bleibt“, weiß Machreich. Und zwar deshalb, weil es erst heiße: „Beim Triad bekommst du eh nie einen Platz.“ Eine Tischreservierung sei ein mündlicher Vertrag, bei dem Stornogebühren rechtlich nicht geregelt seien. Im Triad werden sie nicht eingehoben. Uwe Machreich wünscht sich, dass beim Reservieren auch gesagt werde, ob ein Hund mitkomme: „Mittlerweile ist alles selbstverständlich. Der Kunde ist bei uns König, wenn er sich auch wie ein König benimmt.“

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