Wr. Neustadt will entsiegeln

Erstellt am 25. Jänner 2023 | 05:19
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ÖVP-Infrastruktur-Stadtrat Franz Dinhobl, ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger, Sonja Gattringer (Leiterin Gruppe „Flächenmanagement“ ) und SPÖ-Umweltstadtrat Norbert Horvath.
Foto: NOEN
Erste Projekte für neue Grünflächen und Umwidmungen präsentiert.

Die Stadt hat erste Details zu Entsiegelungen und Rückwidmungen präsentiert. Damit will man Wiener Neustadts Ruf der „Betonhauptstadt“, der laut ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneebreger „völlig falsch ist“, weiter entgegentreten. Geplant ist etwa, den Bereich zwischen Spielplatz und Hochhaus in der Schützengasse zu entsiegeln, auch die Parkplätze in der Altabachgasse und vor der NMS Wirtschaft und Technik sollen klimafit gemacht werden. Angestrebt werden auch Rückwidmungen auf Grünland. Etwa der Szokoll-Park neben der Polizei, wo es vor Jahren auch Pläne für Parkplätze gegeben hatte. Weitere Grünland-Widmungen erfolgen in den Straßen Anna Rieger-Gasse, Leithamühlgasse, Locatelligasse, Lichtenwörther Gasse oder Willendorfer Gasse. Auch der Flugplatz West, der derzeit obwohl großteils unverbaut als versiegelt gilt, wird auf Grünland umgewidmet.

Weitere Projekte, etwa im Zuge des B54-Umbaus oder am Fohlenhof, sind in Planung. In Wiener Neustadt gäbe es 72 Prozent unversiegelte Fläche, „wir werden uns auf diesen Zahlen aber nicht ausruhen und setzen deswegen konkrete Schritte zum Ausbau der Grünflächen“, so Schneeberger.

„Durch Etablierung der Gruppe ‚Flächenmanagement und Geoinformation‘ in der Stadtverwaltung haben wir erstmals eine Organisationseinheit, die sich ganz gezielt um die Umsetzung all unserer Bodenschutz-Maßnahmen und Projekte gegen die Versiegelung kümmert“
Franz Dinhobl

Für ÖVP-Infrastrukturstadtrat Fanz Dinhobl und SPÖ-Umweltstadtrat Norbert Horvath sind es erste Schritte am Beginn eines Prozesses. „Durch Etablierung der Gruppe ‚Flächenmanagement und Geoinformation‘ in der Stadtverwaltung haben wir erstmals eine Organisationseinheit, die sich ganz gezielt um die Umsetzung all unserer Bodenschutz-Maßnahmen und Projekte gegen die Versiegelung kümmert“, so Dinhobl. Und Norbert Horvath betont auch die Wichtigkeit der Entsiegelung in den Stadtvierteln, hier müsse genau geprüft werden, „wo was realisierbar ist“.

Verärgert ist man bei den Grünen. Im September wurde ein Antrag gestellt, den Szokoll-Park auf Grünland umzuwidmen, was von der Stadtregierung abgelehnt wurde. Michael Diller: „Die Sache wäre erfreulicher, würde sie nicht kurz vor der Landtagswahl hinausposaunt werden. Ich lasse mich aber überraschen, sollte die Stadtregierung ab jetzt für Vorschläge der Bevölkerung oder der Opposition sein.“