Passanten angepöbelt: Polizei musste ausrücken. Sieben Beamte mussten ausrücken, weil Passanten am Domplatz angepöbelt wurden – eine mühsame Angelegenheit.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 10. September 2019 (05:44)
Schranz
Polizeieinsatz am Mittwoch in der Suchtgiftszene am Domplatz beim Brunnen neben dem zukünftigen Kinderspielplatz.

Es ist Mittwoch kurz nach Mittag und „Ferdl“, wie er von seinen Freunden genannt wird, ist nicht mehr fit. Eine Untertreibung: Der geschätzt 25-Jährige torkelt beim Brunnen am Domplatz umher, teilweise stolpert er durch die Blumenbeete, kann sich kaum auf den Beinen halten. Umringt wird er von Kollegen aus der Suchtgiftszene. Wenig später rückt die Polizei an, zunächst mit einem Auto. Passanten hatten die Beamten gerufen, weil sie angepöbelt wurden.

Dabei ergibt sich ein bizarres Bild: Strahlender Sonnenschein, Polizisten in stichsicheren Westen, rund zehn Menschen aus der Suchtgiftszene – ein Schritt weiter Touristen, die den Dom fotografieren.

Die Beamten kontrollieren die Szene und können sich jede Menge blöder Sprüche anhören. Für einen Mann, der das Szenario auf der Parkbank mitbekommt, ist die Sache einfach: „Rein ins Polizeiauto, ab zur Inspektion und dann…“ – Faustbewegungen deuten an, wie er die Sache lösen würde.

Anzeige und Ausnüchterungszelle

Für die Polizei sieht die Welt weitaus schwieriger aus, die mittlerweile sieben Polizisten fordern die „Suchtgiftmenge“ auf, sich fortzubewegen. Für „Ferdl“ nicht so leicht: Er will sein Rad wegschieben und sogar fahren, landet aber schon nach wenigen Schritten samt Rad auf dem Domplatz-Boden. Immerhin: Die Polizisten können verhindern, dass sich der Bursche auf sein Rad setzt – dafür setzt es eine Anzeige wegen Fahrradfahren in alkoholisiertem Zustand.

Er und der Rest setzen sich schließlich in Bewegung, viele Innenstadt-Besucher schütteln den Kopf. Und „Ferdl“? Der torkelt in die Spar-Filiale, holt sich einen Alko-Pop. Ein Freund meint: „Der ist komplett fett, wahrscheinlich hat er heute sein Geld kriegt, der Trottel.“

Wenig später kommt es noch zu einer Festnahme: Ein Freund von „Ferdl“, der sich für ihn stark macht,  wird von der Polizei festgenommen, nachdem er sich mit den Beamten verbal angelegt hat. Nach 1 Stunde 20 Minuten ist der Einsatz beendet.

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