Facebook-Ärger für Gemeinderat

Erstellt am 28. April 2014 | 12:49
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Foto: NOEN, Wallner
Internet-Aufreger | Die „Juden als größte Kriegstreiber“: Posting von Leobersdorfer Gemeinderat, der aus der FPÖ ausgeschlossen wurde, schlägt hohe Wellen.
LEOBERSDORF | Bedenkliche Äußerungen eines Lokalpolitikers im sozialen Netzwerk „Facebook“ – diese prangert die Internetplattform „Heimat ohne Hass“ an. Im Visier der Aktivisten: der Leobersdorfer Gemeinderat Fritz Formanek, einst Mandatar der Freiheitlichen, mittlerweile freier Gemeinderat. Denn wie Landesgeschäftsführer Christian Hafenecker betont, wurde Formanek bereits am 24. März wegen „Gefahr im Verzug“ aus der Partei ausgeschlossen. Grund dafür sollen bereits in der Vergangenheit problematische Äußerungen Formaneks gewesen sein.

Formanek: „Ich habe weder jemanden beleidigt noch rassistische Äußerungen getätigt“

 Jetzt hat er es mit seinen Postings sogar auf die Startseite der Plattform „Heimat ohne Hass“ gebracht. Für Formanek sind die Vorwürfe „völlig abstrus“, er habe nichts Verwerfliches von sich gegeben, es habe sich um eine normale Diskussion gehandelt. Der „wilde Mandatar“ hatte einen Artikel der rechtskonservativen Wochenzeitung „Zur Zeit“ über jüdische Proteste gegen die „Kriegstreiberei des Zionismus in Palästina“ kommentiert – mit der Frage: „Wer sind die größten Kriegstreiber? Die Juden!“ Worauf sich eine hitzige Web-Diskussion zwischen einem „Heimat ohne Hass“-Aktivisten und Formanek entwickelte – in der die FP-Kritiker als „arbeitsscheues Pack“, deren „Hass gegen die Freiheitlichen keine Grenzen kennt“ bezeichnet worden sein sollen.
 
„Ich habe weder jemanden beleidigt noch rassistische Äußerungen getätigt“, betont Formanek. Er sei kein Antisemit. Seinen Parteiausschlus, der ihm auch schriftlich zur Kenntnis gebracht wurde, scheint der Leobersdorfer allerdings zu ignorieren. Denn er meint: „Gerade als FP-Politiker muss ich bei solchen Themen sensibel agieren.“