Eltern und Trainer als Vorbilder in Wr. Neustadt. NÖ-Verband will Erwachsenen ihre Rolle bewusst machen.

Von Fritz Hauke. Erstellt am 12. März 2019 (03:51)
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Fußball soll vor allem eines: Spaß machen! Manche Erwachsene am Spielfeldrand vergessen das oft.Shutterstock.com

Tobende Mütter, schimpfende Großväter, drohende Väter – die Umgangsformen auf den Fußballplätzen bei Nachwuchsspielen sind oft unschön und keinesfalls kindgerecht. Der NÖ Fußballverband hat das Problem erkannt und will mit einer Plakatkampagne gegensteuern. Kernbotschaft: Erwachsenen Sportplatzbesuchern soll ihre Vorbildfunktion bewusst gemacht werden.

Das scheint bitter nötig, wie auch Schiedsrichter-Original Josef Banovits meint. „Es ist unfassbar, wie teilweise Eltern und Trainer auf die Kinder einschimpfen. Dabei sollten sie sie doch aufbauen, wenn sie einen Fehler machen“, erklärt Banovits. Besonders bei den jüngsten Fußballern sei die Stimmung besonders aufgeheizt.

"Es kann sein, dass es in einer Rauferei endet"

„Bis zum Alter von elf, zwölf Jahren ist es ganz schlimm“, so der Schiri-Routinier. Bis dahin werden die Partien nämlich auf einem Kleinfeld ausgetragen, in der U14 aufwärts geht das Zuschauer-Interesse rapide zurück. 

Ein weiteres Problem, was die Emotionen hochkochen lässt, sei die Unwissenheit der Familienmitglieder: „Väter, Mütter, Großmütter, Großväter, die sich überhaupt nicht auskennen, die Regeln nicht verstehen, sind diejenigen, die sich dann immer am meisten aufregen und auszucken“, wie Banovits meint.

Für Eskalation sorgt es, wenn auf beiden Seiten heißblütige Fans stehen. „Dann kann es schon vorkommen, dass es in einer Rauferei endet“, erinnert sich Banovits an schwarze Stunden im Kinderfußball. Was der erfahrene Unparteiische seinen jungen Zunftskollegen rät? „Nicht gleich mit Anzeigen drohen, sondern in einem kurzen Gespräch versuchen, die Stimmung und auch das Spiel zu beruhigen“, erklärt Banovits, der die Aktion des Verbands begrüßt.

Dialog und Disziplin als Zauberwörter

Auch der langjährige Trainer Adi Fürbacher, der in der Region sowohl Erwachsenen- als auch Nachwuchsmannschaften betreute, sieht diese Kampagne als gute Idee.

„Leider ist es notwendig, den Trainern und Eltern immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass sie eine Vorbildfunktion haben“, so Fürbacher, der davon überzeugt ist, dass die zentrale Figur beim Umgangston am Sportplatz der Trainer selbst ist: „Ich habe in Eggendorf und Katzelsdorf einmal im Monat einen Elternabend gemacht und vermittelt, dass nicht nur die Spieler am Platz diszipliniert sein müssen, sondern auch die Eltern – das hat gut funktioniert.“

In der jüngsten Vergangenheit kam es zu einem Negativ-Beispiel für den Umgangston am Sportplatz: In der Vorsaison stürmte ein Eggendorfer Spielervater bei einem U14-Match aufs Feld, ohrfeigte einen gegnerischen Trainer.

Der Verein reagierte mit einem Hausverbot für den Vater. „Daran gehalten hat er sich aber nicht“, meint Alfred Weber, der zum damaligen Zeitpunkt Jugendleiter war. Der Vater hätte sich entschuldigt, den Verein mittlerweile mit seinem Sohn verlassen.

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