Luft- und Raumfahrt: Aus Neustadt in die Welt. Neustädter Experten sind international gefragt. 200 neue Arbeitsplätze entstehen.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 21. April 2019 (04:04)
Kristina Veraszto
Managing Director von Diamond Aircraft Jürgen Heinrich, Marketing und PR-Leiter von Schiebel Elektronik Martin Komarek, ÖVP-Wirtschafts- und Technologielandesrätin Petra Bohuslav und ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki (v.l.) eröffneten das Innovationsforum „Luft- und Raumfahrt“ im Technologie- und Forschungszentrum.

Smarte Flugzeuge, autonom fliegende Hubschrauber und Antriebe für Mini-Satelliten: Unternehmen wie Diamond Aircraft, Schiebel Elektronik und Enpulsion sowie die Ausbildung und Forschung der Fachhochschule verwandelten in den letzten Jahren Wiener Neustadt zu einem erfolgreichen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Und um genau diese Innovationstreiber vor den Vorhang zu holen, veranstaltete ecoplus, die Wirtschaftsagentur des Landes NÖ, am Dienstag ein Innovationsforum im Technologie- und Forschungszentrum (TFZ).

„Im Bereich der Luft- und Raumfahrt sind Wirtschaft, Forschung und Ausbildung in Wiener Neustadt eng vernetzt. Der Standort hat sich zu einem international vielbeachteten Zentrum mit großem Wachstumspotenzial entwickelt“, erklärte ÖVP-Wirtschafts- und Technologielandesrätin Petra Bohuslav im Zuge der Eröffnung. In welchem Höhenflug sich Schiebel Elektronik mit seinem Camcopter S-100 befindet, erläuterte Marketing und PR-Leiter Martin Komarek: Der rund 3,11 Meter lange und 1,12 Meter hohe selbstfliegende Hubschrauber kann bei jedem Wind und Wetter alles im Radius von 200 Kilometern filmen und messen.

APA/Jaeger
Der Camcopter S-100 von Schiebel im Einsatz.

Derzeit findet er beispielsweise für die Suche nach vermissten Personen oder bei der Überwachung von Versorgungsleitungen Verwendung. Zukünftig soll der Camcopter aber auch zum Beispiel für die Verkehrsüberwachung oder für das Vermessen von Landschaften mittels Laserstrahl benützbar sein, so Komarek.

Der Managing Director von Diamond Aircraft, Jürgen Heinrich, gab Einblicke in aktuelle Pläne und erklärte, mit welchen Ansätzen der Flugzeughersteller seinen Namen etablieren konnte. Um an die derzeitigen Erfolge anzuknüpfen, werden beide Unternehmen in Zukunft insgesamt 200 neue Mitarbeiter aufnehmen.

Über ein neues Projekt berichtete die wissenschaftliche Leiterin des Kompetenzzentrums für Tribologie Nicole Dörr, denn in den kommenden drei Jahren werden zwei Metall-3D Druck-Verfahren kombiniert, Oberflächen funktionalisiert und Sensorik integriert. Dadurch sollen neue Bauteile, auch für die Luft- und Raumfahrt, möglich werden. Carsten Scharlemann, Leiter des Studienganges Aerospace Engineering an der FH, entführte das Publikum direkt in den Orbit und stellte den Satellit Pegasus vor, der seit 2017 erfolgreich die Erde umkreist.