Erstellt am 20. August 2012, 00:00

Landwirte sagen „Nein!“. UMFAHRUNG / Schon imApril äußerten die Grundbesitzer ihren Unmut gegen die Ost-Umfahrung – nun wollen sie eine Interessensgemeinschaft dagegen gründen.

VON PIA SEISER

LICHTENWÖRTH / Mit der Ostumfahrung – ein 27 Millionen teures Verkehrsprojekt des Landes NÖ – soll der Ring um Wiener Neustadt geschlossen werden. Dafür müssen rund 70 Lichtenwörther ihr Einverständnis geben, da die Umfahrung durch ihre Äcker laufen wird. Schon im April bei der Bürgerversammlung ließen Grundbesitzer NÖVP Klubobmann Mag. Klaus Schneeberger und Co. spüren, dass sie diese Umfahrung nicht wollen. Jetzt wollen die Landwirte rund um Johann Bauer eine Interessensgemeinschaft gegen die Umfahrung gründen.

„Wir haben alle unterschreiben lassen, die dagegen sind –  das waren 80 Prozent der Anwesenden“, so Bauer, „wir wollen einen Ausschuss gründen und eine Ansprechperson ernennen. Diese wird bei der nächsten Besprechung zur Umfahrung die Meinung von uns allen vertreten.“ Die Gemeinschaft baut auf Schneebergers Aussage von April auf, wo er sagte, dass es keine Umfahrung geben wird, wenn die Grundbesitzer dagegen sind. „Wenn Schneeberger zu seinem Wort steht, dann wird keine Umfahrung gebaut werden“, ist sich Bauer sicher, der den Nutzen für Lichtenwörth nicht erkennen kann: „Wir bekommen nur Verkehrszwachs. Die Trasse durchschneidet das beste landwirtschaftliche Gebiet. Das Land will bauen, und das möglichst billig. Und wir sollen die Krot fressen.“

Gegen eine qualifizierte Mehrheit werde man nicht agieren, bekräftigt Schneeberger, aber im Herbst werde mit den Eigentümern über Tausch oder Einlöse verhandelt: „Ich sehe das optimistisch, habe auch andere Signale. Wir werden sehen, wie viele übrig bleiben, die nicht eintauschen oder eine Ablöse wollen.“

Schneeberger geht weiters von einer Unterstützung durch die Gemeinde Lichtenwörth aus, die sich per Gemeinderatsbeschluss zur Umfahrung bekannt hat, stellt auch klar: „Mit der Fertigstellung der neuen B17 wird der Verkehr durch Lichtenwörth nicht weniger.“ Dann müssten die Grundstückseigentümer, die die Umfahrung verhindern wollen, das einmal den betroffenen Lichtenwörthern erklären.