Rad-Check am Bahnhof Wiener Neustadt. Die NÖN machte gemeinsam mit der Radlobby einen Rundgang am Bahnhofsareal. Fazit: Die meisten Räder werden nicht ausreichend gesichert abgesperrt.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 22. Januar 2019 (05:15)

Davon können viele Neustädter ein Lied singen: Mit dem Rad zum Bahnhof – zu Fuß zurück, weil das gute Stück gestohlen wurde. Tatsächlich ist das Areal oft ein Selbstbedienungsladen für Diebe, das beweisen auch Zahlen der Polizei: 43 Fahrräder wurden im letzten Jahr gestohlen – und das sind nur jene Fälle, die auch angezeigt wurden.

Die NÖN machte mit der Radlobby einen Rundgang, um sich die Sachlage anzusehen. Prinzipiell gilt: Insgesamt gibt es 863 Stellplätze, für die entweder ÖBB oder die Stadt verantwortlich sind. Der erste Eindruck: Abstellplätze gibt es viele, allerdings in unterschiedlichen Zuständen. Mit und ohne Überdachung oder Videoüberwachung, dazu unterschiedliche Abstellmöglichkeiten. Während der Hauptabstellplatz vor dem Bahnhof am Freitagvormittag übervoll ist, gibt es in Richtung neues Parkdeck und beim Utoya-Park noch viele Plätze. „Hinter dem Bahnhof fehlt bei einigen Stellplätzen die Überdachung, was natürlich vor allem in dieser Jahreszeit ein Manko ist“, sagt Hannes Höller von der Radlobby. Beim relativ neuen, aber wenig genutzten Abstellplatz beim Utoya-Park fehle eine Videoüberwachung.

Allerdings zeigt der Rundgang auch: Die Radbesitzer machen es den Kriminellen viel zu leicht. Zwei Drittel der Fahrradschlösser sind nicht diebstahlssicher, stellen Hannes Höller und sein Kollege Karl Zauner fest: „Viele dünne Spiralschlösser, die sind im Nu durchgezwickt.“ Besser wären stabile Bügel- oder Kettenschlösser mit Schlüssel.

Forderung nach runden Tischen mit ÖBB und Stadt

Neben der Polizei – das Areal ist ja derzeit eine Schutzzone – bestreift ein Sicherheitsdienst der ÖBB das Gelände. Beim einstündigen Rundgang war aber kein Security zu sehen, obwohl „verdächtig“ bei Rädern herumgestanden wurde.

Seitens der Radlobby werden als Verbesserungen „Doppelstockplätze“ für mehr Abstellmöglichkeiten gefordert, „gut wären auch Fahrradboxen, die man mieten kann und dort auch teurere Räder oder auch E-Bikes abstellen kann“, sagen Höller und Zauner. Auch verstärkte Videoüberwachung wäre vorteilhaft. Dazu fordern sie einen runden Tisch mit ÖBB und Stadt, um die Probleme am Bahnhof besprechen zu können. „Radfahrgemeinderat“ Robert Pfisterer (ÖVP): „Ich erkläre mich bereit, bei diesem runden Tisch dabei zu sein, um über die Vorschläge zu diskutieren.“

Sowohl die Polizei als die Radlobby raten, im Falle eines Diebstahls eine Anzeige zu machen. Nur so könne der Sache nachgegangen werden und das Fahrrad im Falle eines Auffindens auch zugeordnet werden.

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