Fohlenhof-Areal in Wiener Neustadt wird nicht verbaut. Stadtführung entschied: Areal am Rande des Akademieparks soll auf Grünraum gewidmet werden, danach erfolgt Planungswettbewerb für ein Grünraumprojekt.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 18. Juni 2019 (06:01)
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Baustadtrat Franz Dinhobl und Stadtchef Klaus Schneeberger am betroffenen Areal.

Das „Fohlenhof-Areal“ am Rande des Akademieparks hat in den letzten Jahren bewegt: Eigentlich wollte die Stadt das rund fünf Hektar große Areal verbauen, um die Stadtfinanzen aufzubessern. Rund sechs Millionen Euro wären zu verdienen gewesen. Allerdings gab es dagegen Bürgerproteste, auch die SPÖ und die Grünen legten sich quer.

Jetzt ist fix: Zu einer Verbauung des Areals wird es nicht kommen. Das gaben ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger und ÖVP-Baustadtrat Franz Dinhobl am Montag bekannt. Zum einen, weil die Stadtfinanzen schneller als geplant saniert werden konnten, zum anderen, weil der Erhalt des Naturjuwels der Bevölkerung ein großes Anliegen sei. Das hätte auch der Bürgerbeteiligungsprozess zum Fohlenhof gezeigt, bei dem 101 Teilnahmekarten mit verschiedenen Ideen eingereicht wurden.

Das Areal soll auf „Grünraum“ umgewidmet werden, danach soll unter dem Namen „Naturraumentwicklung Fohlenhof“ ein Planungswettbewerb für das Areal starten. „Es ist ein richtiger Weg in eine richtige Richtung der Stadtentwicklung“, so die beiden. Für erhaltungswürdige Bestandsgebäude (z.B. alte Scheunen) werden punktuell entsprechende Vorkehrungen getroffen.

"Bürgerproteste helfen dann doch, um wertvolle Grünflächen in Wiener Neustadt zu schützen" Tanja-Windbüchler-Souschill

SPÖ-Umweltstadtrat Horst Karas: „Bürgermeister und Baustadtrat sind klüger geworden und haben die Initiativen, die es schon seit langem gibt, respektiert. Daher ist es für mich ein Erfolg der Initiativen, die sich für den Park und den Fohlenhof engagiert haben. Ich erwarte mir eine rege Beteiligung aller Gruppen, um diesen Grünraum für die Bevölkerung zu entwickeln. Der Schaugarten vom Kultur.GUT.Natur soll bestehen bleiben.“

Grünen-Gemeinderätin Tanja-Windbüchler-Souschill zu den neuesten Entwicklungen: „Die ÖVP lenkt anscheinend nach Jahren der Diskussion endlich ein, den vorhandenen Grünraum am Fohlenhof zu erhalten. Viele Bürgerproteste helfen dann doch, um wertvolle Grünflächen in Wiener Neustadt zu schützen.“ Aus ihrer Sicht müsse auch das dortige Umweltbildungszentrum „Kultur.GUT.Natur“ bestehen bleiben.

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Das „Fohlenhof-Areal“ am Rande des Akademieparks 

Karoline Karpati vom betroffenen Verein: „Wir begrüßen die Entwicklungen und wünschen uns, dass der Sonnengarten weiterhin Teil des Naturerlebens am Fohlenhof bleiben kann.“ Eine Umsiedelung des Vereins zu einem neuen Standort in der Nähe der MilAk-Plätze könnte an den hohen Kosten für die Aufschließung scheitern. Dass der Verein weiter am Fohlenhof bleiben kann, schlossen Schneeberger und Dinhobl wegen Anrainerbeschwerden allerdings aus.

Johann Pucher von der Interessensgemeinschaft „Akademiepark für Alle“ sieht die Entwicklung positiv: „Mehr als 3.000 Personen, die sich mit ihrer Unterschrift für den Erhalt der Grünräume am Fohlenhof ausgesprochen haben, sowie eine starke Bürgerbeteiligung beim STEP 2030 haben diese Grünräume geschützt.“