ÖVP bricht SPÖ-Vormachtstellung nach 75 Jahren. Erstmals landet die Volkspartei bei einer Gemeinderatswahl in Hochwolkersdorf auf dem ersten Platz. Martin Puchegger (ÖVP) dürfte damit nächster Ortschef werden und in wenigen Wochen Sylvia Blank (SPÖ) im Amt ablösen.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 27. September 2020 (19:16)
Gemeinsam stellten sich Sylvia Blank (SPÖ) und Martin Puchegger (ÖVP) kurz nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses den Fragen der NÖN.
Philipp Grabner

Es ist ein historischer Wahlsonntag für die 1.000-Seelen-Gemeinde Hochwolkersdorf: Erstmals in der Zweiten Republik wird die ÖVP den nächsten Bürgermeister stellen – das Team rund um Martin Puchegger, das unter der Bezeichnung „Miteinander Hochwolkersdorf“ zur Wahl angetreten war, holt mit 55 Prozent die absolute Mehrheit und löst damit die bisher regierende SPÖ mit Ortschefin Sylvia Blank ab. Der Jubel im ÖVP-Lager kennt kurz nach Bekanntwerden des Ergebnisses keine Grenzen: Immer wieder kommt es vor dem Gemeindeamt zu Hup-Konzerten von Autos, gegenüber der NÖN ist von ÖVP-Unterstützern von einer „Sensation“ die Rede. „Martin ist der beste Kandidat seit Langem. Er ist sympathisch, ruhig und wird mit seinem Team kompetent an die Sache gehen“, ist man sich im Kreise der ÖVP-Unterstützer vor dem Amtshaus einig.


SPÖ und ÖVP wollen Einspruchsfrist abwarten

Im gemeinsamen NÖN-Interview betonen Sylvia Blank (SPÖ) und Martin Puchegger (ÖVP), dass sie beide froh seien, die Wahl hinter sich gebracht zu haben. Puchegger kann das Ergebnis noch nicht ganz realisieren, zeigt sich aber glücklich: „Bei mir muss das Ergebnis noch sacken“, meint er – und fügt hinzu, dass das Resultat zeige, dass der Ort ein Miteinander haben wolle. „Die letzten Wochen waren aber keineswegs eine Wahlschlacht, sondern von einer angenehmen Gesprächsbasis geprägt“, so Puchegger mit Blick zu Blank. Die amtierende Bürgermeisterin bestätigt das: „Wir hatten und haben eine gute Gesprächsbasis.“ Blank erklärt, ihr Bestes gegeben zu haben: „Die Hochwolkersdorfer haben abgestimmt und ihre Entscheidung getroffen und das ist gut so. Offenbar hatten die Menschen trotzdem den Wunsch, dass sich etwas ändert.“ Aktiv Wahlkampf zu führen, sei ihr aufgrund der laufenden Gemeindearbeit nicht sehr leicht gefallen, meint sie: „Die Arbeit auf der Gemeinde stand einfach im Vordergrund, ich habe mich aber bemüht, so gut als möglich um Stimmen zu werben.“


Personelle Situation noch ungeklärt

Was die personelle Situation nach der konstituierenden Sitzung betrifft, geben sich beide noch zugeknöpft. „Es gibt jetzt einmal eine Einspruchsfrist, die werden wir abwarten und dann wird es Gespräche geben“, so Martin Puchegger. Diesen Beratungen wolle er keinesfalls vorgreifen, ergänzt er. Das sieht auch Sylvia Blank (SPÖ) so, die auf Nachfrage erklärt, auch für etwaige Funktionen zur Verfügung stehen zu wollen. „Man muss in den Gesprächen schauen, ob die Basis passt“, meint sie. Fix ist am Wahlabend nur eines: Martin Puchegger wird wohl Howodos neuer und erster ÖVP-Bürgermeister.

Eine ausführliche Nachberichterstattung zur Gemeinderatswahl bringt die NÖN auch in ihrer nächsten Printausgabe!