Grund für E-Autos: Das Klima. Besitzer von E-Autos erzählen über die Vor- und Nachteile, Zuwachs gibt es auch in den Gemeinden im Bezirk.

Von Sara Brandstätter. Erstellt am 16. Juli 2019 (04:32)
Baldauf/sb/zVg
Monika Jasansky liefert mit dem Elektroauto ihr Biogemüse aus.

In der Stadt und im Bezirk Wiener Neustadt gibt es 417 Elektroautobesitzer – eine davon ist Monika Jasansky.

Sie und ihre Mitarbeiter liefern damit ihr Biogemüse aus Bad Erlach an ihre Kunden aus. Schon vor sechs Jahren wurde das E-Auto für die Arbeit in der Gärtnerei angeschafft. „Ich bin insgesamt sehr zufrieden“, erzählt Monika Jasansky im Gespräch. Der größte Vorteil läge im Klimaschutz: „Ich finde es toll, dass ich nicht Benzin von der Tankstelle kaufen muss, sondern bei meiner eigenen Photovoltaikanlage Strom tanken kann.“

Außerdem sei es über die Zeit hinweg wesentlich kostengünstiger als ein konventionelles Auto: „Die Wartungskosten sind billiger, auch der Ölwechsel muss nicht gemacht werden“, so Jasansky. Aber natürlich gäbe es auch Nachteile – der größte sei die geringe Reichweite. „Wir haben eines der ersten Modelle, mittlerweile ist die Reichweite nur mehr 100 Kilometer“, erzählt sie. Das sei vor allem im Winter schwierig, da die Heizung nicht eingeschaltet werden kann, um Strom zu sparen. Aufgrund dieses Problems ist im Herbst der Kauf eines neuen E-Autos geplant.

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Bürgermeister der Bürgerliste „Zillingdorf Zuerst“ Harald Hahn, Stadttheater-Geschäftsführer Christoph Sigmund, Fahrschulbesitzer Markus Haltau und Katzelsdorfs ÖVP-Bürgermeister Michael Nistl.

Auch der Geschäftsführer des Stadttheaters Christoph Sigmund ist seit einiger Zeit unter den Elektroautobesitzern. Er zeigt sich sehr zufrieden mit seinem E-Golf, der bereits eine Reichweite von 220 bis 240 Kilometern hat: „Schwierigkeiten gibt es aber sowohl im Winter und im Sommer, da die Heizung und die Klimaanlage über den Strom laufen und die Reichweite extrem reduzieren.“ Eine weitere Umstellung bei der Anschaffung eines E-Autos war das vorausplanende Autofahren. Man müsse immer vollgeladen wegfahren und auf E-Tankstellen achten. Trotzdem zähle der ökologische Aspekt, außerdem sei Strom als Energiequelle deutlich billiger als Benzin.

Markus Haltau von der Fahrschule Haltau möchte bei Fahrstunden mit dem Elektroauto seine Schüler auf die Zukunft vorbereiten, „es wird alles in Richtung Automatik gehen, man sollte den Umgang damit früh lernen“, so der Fahrschulchef. In der Fahrschule gibt es bereits drei E-Autos und drei E-Mopeds. Ein Grund für Fahrstunden mit dem E-Auto sei die Erleichterung beim Lernen des Autofahrens, „es ist aber auch einfach aus ökologischen Gründen sinnvoll.“

Gemeinden setzen auf Elektroautos

Ein Elektroauto zum Ausborgen gibt es in Bad Erlach, Katzelsdorf und Lanzenkirchen.

Für 150 Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr und einen Euro pro Stunde kann man das jeweilige E-Auto über eine App ausborgen. „Wir haben zehn Nutzer in unserer Gemeinde. Dienstreisen der Gemeindebediensteten werden ebenfalls mit dem Elektroauto erledigt“, so ÖVP-Bürgermeister Michael Nistl aus Katzelsdorf.

In Zillingdorf wurde vergangenes Jahr ebenfalls ein Elektroauto für die Gemeindemitarbeiter angeschafft. „Wir wollen unsere Vorbildfunktion wahrnehmen“, erklärt Bürgermeister der Bürgerliste „Zillingdorf Zuerst“ Harald Hahn. Das Auto werde am Bauhof und beim Rathaus zu 100 Prozent mit Sonnenenergie aus den eigenen Photovoltaikanlagen geladen. Die Mitarbeiter würden es gut annehmen, erzählt Harald Hahn.

Außerdem dürfen sich Gemeindemitglieder das Auto an den Wochenenden gratis ausborgen, um einen Vorgeschmack auf die Handhabung eines E-Autos zu bekommen. Das Ganze solle als Motivation dienen und den ökologischen Schwerpunkt in der Gemeinde hervorheben. Harald Hahn ist sich sicher: „Das ist genau der richtige Weg.“

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