Ruf nach Bahnhof-Wachzimmer am Wr. Neustädter Bahnhof-Areal

Erstellt am 12. Januar 2022 | 06:01
Lesezeit: 3 Min
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Fordern Wachzimmer am Bahnhof: Die SPÖ-Mandatare Gemeinderätin Sabine Bugnar, Vizebürgermeister Rainer Spenger und Klubchef Christian Hoffmann.
Foto: zVg
SPÖ will wieder einen Polizei-Stützpunkt am Bahnhof-Areal und startet eine Unterschriftenliste. Keine Unterstützung dafür von anderen Parteien.

Es waren turbulente Szenen, die sich beim alten Parkdeck am Bahnhof am Dreikönigstag zugetragen hatten: Am Abend kam es dort zu einem Raufhandel zwischen mehreren Jugendlichen, auch drei Schüsse aus einer Schreckschusspistole fielen.

Laut derzeitigem Ermittlungsstand soll es zu einer Auseinandersetzung via Social Media gekommen sein, wobei ein 16-jähriger Österreicher aus Wiener Neustadt mit einer weiteren Person in Streit geraten sei. Statt einer Aussprache mit dem Kontrahenten, gab’s dann aber Schläge, der 16-Jährige wurde von einem 15-jährigen Wiener schwer im Gesicht verletzt. Zudem wurden vier weitere Jugendliche (ein Österreicher, zwei Syrer und ein Türke) leicht verletzt. Insgesamt sechs Beteiligte wurden vorläufig festgenommen, auch die Spezialeinheit „Cobra“ war beim Bahnhof im Einsatz. Gegen den 15-Jährigen, bei ihm wurde auch ein Elektroschocker gefunden, wurde die U-Haft verhängt.

„Der Bahnhof ist ein sozialer und sicherheitspolitischer Hotspot, und einer der größten in Österreich.“  
SPÖ-Vizebürgermeister Rainer Spenger

Nach dem Zwischenfall werden jetzt wieder Rufe nach einem Wachzimmer am Bahnhof laut. „Das 2001 von ÖVP-Innenminister Ernst Strasser geschlossene Wachzimmer am Bahnhof muss wieder eröffnet werden!“, sagt SPÖ-Vizebürgermeister Rainer Spenger. „Der Bahnhof ist ein sozialer und sicherheitspolitischer Hotspot, und einer der größten in Österreich. Es muss rasch was passieren, bevor wieder was passiert!“ Die SPÖ hat deswegen auch eine Petition für ein Polizei-Wachzimmer ins Leben gerufen, derzeit werden Unterschriften dafür gesammelt.

Politische Unterstützung gibt es dafür aber nicht. Weder innerhalb der Stadtregierung noch von der Opposition. Koalitionspartner und ÖVP-Vizebürgermeister Christian Stocker meint: „Rainer Spenger fordert ein Wachzimmer am Bahnhof – so populistisch so gut. Leider nicht mehr. Klar ist: Kein Wachzimmer kann Vorfälle wie diesen verhindern.“

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Stocker (ÖVP): „Kein Wachzimmer kann Vorfälle wie diesen verhindern.“
Foto: NÖN

Der bunten Stadtregierung sei es gelungen, der „Getthoisierung“ in der Stadt unter der SPÖ-Absoluten entgegenzuwirken, unter anderem mit einer Schutzzone am Bahnhof, so Stocker, auch wenn die Sicherheits- und Integrationsfrage in Wiener Neustadt noch nicht gänzlich gelöst sei. FPÖ-Stadtparteiobmann Philipp Gerstenmayer: „Für mich ist es schockierend, dass hier in Wiener Neustadt von einschlägigem Klientel Bandenkriege ausgetragen werden. Das hat hier bei uns nichts verloren.“

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Gerstenmayer (FPÖ): „Problem wird mit Wachzimmer verschoben.“
Foto: NOEN

Zum Vorschlag von Spenger zum Wachzimmer sagt er: „Mehr Sicherheit ist immer gut, aber ich glaube, dass das Problem nur verschoben wird. Das sieht man ja auch bei der Drogenproblematik.“

Die Grünen schlagen vor, innerhalb von 14 Tagen eine Sondersitzung des Sicherheitsbeirats der Stadt einzuberufen.

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Diller (Grüne): „Sicherheitsberat einberufen!“
Foto: FotoBaldauf

„Dort soll eine Analyse des Einsatzes und Strategie zu Vermeidung solcher Situationen erarbeitet werden“, schlägt Gemeinderat Michael Diller vor.

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