Bezirk Wr. Neustadt: Gemischte Bilanz bei Freibädern. Coronavirus & Wetter trüben Bilanz der Bäder. Es gibt aber auch Ausnahmen.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 05. August 2020 (05:45)
In Gutenstein: Lisa Ofner, Stefan Lechner, Vanessa Zwinz, GfG-GR Ulrike Hempel-Trebesiner mit Enkelin Karoline und GfG-GR Hilde Ramberger (v.l.).
Veraszto

Einen Sommer wie heuer gab es wohl noch nie. Die Badesaison begann verspätet mit Ende Mai. Das Baden geht ohnehin nur mit Abstand. Und nicht nur Corona, sondern auch das instabile Wetter sorgen für eine durchwachsene Bilanz bei den Bädern, wie ein NÖN-Rundruf zeigt. „Die Gästeanzahl ist exorbitant weniger“, sagt etwa Felixdorfs SPÖ-Bürgermeister Walter Kahrer.

Aufgrund der Maßnahmen dürfen maximal 250 Gäste ins Freibad. Ist die Grenze an den bisher wenigen heißen Tagen erreicht, „dann kommt keiner mehr rein“, sagt Kahrer. Bei einem Normalbetrieb wären aber doppelt, wenn nicht dreifach so viele Besucher im Freibad. „Wir haben es uns nicht ausgesucht. Zufrieden kann man nicht sein“, meint der Ortschef. Auch bei der verpachteten Badgastronomie zeigte die Gemeinde Nachsicht. Bad Fischaus ÖVP-Bürgermeister Reinhard Knobloch rechnet damit, dass es heuer insgesamt 20 Prozent weniger Besucher geben wird, als im Vorjahr. „Das Wetter und Corona führen zu einem Gästeschwund“, ist der Ortschef überzeugt.

„Es sind viele Fremde da, was uns natürlich sehr gefällt, jeder ist herzlich willkommen“ GfG-Bürgermeister Michael Kreuzer über neue Badegäste.

An heißen Tagen wird es aber auch im Fischauer Thermalbad eng: Am Montag der Vorwoche wurden die Kapazitätsgrenzen erreicht. „900 Gäste waren im Bad, das war zu viel“, so Knobloch. Deshalb werden nur mehr maximal 200 Tageskarten ausgegeben. Probleme mit den vorgegebenen Corona-Maßnahmen gebe es nicht: „Die Abstandsregeln werden im Großen und Ganzen eingehalten“, sagt der Bürgermeister.

Eine konstante Gästeanzahl gibt es den Umständen entsprechend im Burgbad in Kirchschlag sowie im Freibad Neusiedl. Letzteres öffnete erst Ende Juni mit der Aufhebung der Maskenpflicht. „Alle, die nicht nach Waldegg oder nach Piesting ins Bad gehen können, kommen zu uns“, zeigt sich SPÖ-Bürgermeister Andreas Knabel zufrieden. Saisonkarten gibt es heuer aufgrund der besonderen Situation allerdings nicht.

Doch während in manchen Bädern die Besucheranzahl höher sein könnte, gibt es zumindest eine Ausnahme im Bezirk: Über einen Gästezuwachs freut sich die Gemeinde Gutenstein. Zwar blieben an den regnerischen Tagen klarerweise die Badegäste aus, insgesamt gebe es aber 20 bis 30 Prozent mehr Badebegeisterte als im Vorjahr. Das sehe die Gemeinde am Umsatz zur Halbzeit des Sommers, so GfG-Bürgermeister Michael Kreuzer: „Wir machen im Durchschnitt 5.000 Euro Umsatz im Jahr, jetzt sind wir bei 4.200 Euro.“

Was in diesem Jahr besonders ist: Es kommen – wie in Neusiedl – mehr Auswärtige ins Freibad. „Es sind viele Fremde da, was uns natürlich sehr gefällt, jeder ist herzlich willkommen“, so Kreuzer. Damit verbunden gibt es auch erfreuliche Nachrichten aus der Bad-Gastronomie, die die Gemeinde selbst betreibt. Die durchschnittlichen 20.000 Euro Umsatz im Jahr konnte man bereits übersteigen. „Wir sind jetzt bei 33.500 Euro“, so der Ortschef. Die Umstellung auf einheimische Produkte habe sich gelohnt. Eingekauft wird in der Umgebung, statt Eskimo-Sorten, gibt es Eis vom Eis Greissler-Stand direkt beim Bad. „Wir müssen hier den richtigen Weg gehen und eine Vorreiterrolle einnehmen“, ist Kreuzer überzeugt. Ähnlich wie in Bad Fischau kann es aber mit den Kapazitätsgrenzen eng werden. Am heißen Montag der Vorwoche war es schon „sehr knapp“, wie der Ortschef im NÖN-Gespräch schildert. Die Abstandsregeln wurden dennoch eingehalten. „Die meisten Gäste sind mit sehr viel Eigenverantwortung unterwegs“, so der Bürgermeister.

Aqua Nova verzeichnete besten Juli seit Bestehen

In Wiener Neustadt ist die heurige Badesaison nicht nur wegen Corona besonders: In der Aqua Nova wurde im Mai das neue Freibad eröffnet – und dieses dürfte bei den Bürgern gut ankommen. In der Aqua Nova verzeichnete man den besten Juli seid Bestehen des Bades – und das ohne Sauna, da diese wegen Corona geschlossen ist. Insgesamt sind die Besucherzahlen, wie in den vergangenen Jahren, sowohl im Hallenbad als auch im Akademiebad stabil, heißt es seitens der Stadt.

Im Großen und Ganzen zufrieden ist auch Bäderkantinen-Pächter Christian „Rizzo“ Spritzendorfer. Der Gastro-Profi kann zwar aufgrund der Covid-Maßnahmen zu keiner seiner geplanten Großveranstaltungen einladen (siehe Artikel rechts), das Geschäft sei aber in Anbetracht der Corona-Lage und des phasenweise schlechten Wetters in Ordnung. „Eigentlich bin ich zufrieden“, so Spritzendorfer.

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