Aus für Schattenbilder in Bromberg. Uneinigkeiten zwischen Gemeinde und Dorferneuerungsverein führen zum Ende des Vereins.

Von Franz Stangl. Erstellt am 25. Januar 2020 (04:47)
Sieben Jahre lang genossen die Zuschauer das Spiel mit Licht und Schatten.
Franz Stangl

Sieben Jahre lang bot Bromberg mit der Aufführung des „Schattentheater Bucklige Welt“ ein außergewöhnliches Kulturspektakel. Der Titel des im Vorjahr zur Aufführung gelangten Stücks „Dieses war der letzte Streich“ deutete jedoch scheinbar schon im Voraus auf die kommende Entwicklung hin. Zwistigkeiten zwischen dem Vorstand des Dorferneuerungsvereins – dem auch Drehbuchautorin Elisabeth Daniel angehört – und der Gemeinde als Veranstalter führten zum Bruch der langjährigen, fruchtbaren Partnerschaft.

Auslöser war der Bürgermeisterbrief in der Gemeindezeitung im Frühjahr 2019. Darin übte ÖVP-Bürgermeister Josef Schrammel heftige Kritik an der Dorferneuerung wegen der verspäteten Fertigstellung des „verhexten Hörerlebnis-Bewegungswegs“: „Sie haben einen Zeitrahmen gehabt, wann das erledigt sein hätte sollen. Das ist dann über die ‚Gesunde Gemeinde‘ abgewickelt worden.“

"Das hat der Vertrauensbasis massiv geschadet"

Eine öffentliche Zurechtweisung, für die die Dorferneuerung aber angesichts ihres seit 22 Jahren dauernden Einsatzes für die Gemeinde kein Verständnis aufbrachte. Jährliche Veranstaltungen wie der Frühjahrsputz, das Sonnwendfeuer oder die Herbstwanderung waren neben dem Hexenweg DEV-Projekte. Obmann-Stellvertreterin Martina Piribauer, die wesentlich an der Organisation des Schattentheaters beteiligt war: „Das hat der Vertrauensbasis massiv geschadet. Es steht jetzt niemand mehr zur Verfügung.“ Weitere gegenseitige Schuldzuweisungen führten schließlich zum Abbruch der bislang gedeihlichen Zusammenarbeit.

Im Rahmen einer für demnächst geplanten Generalversammlung will der DEV-Vorstand geschlossen zurücktreten.

An eine Auflösung des Dorferneuerungsvereins will ÖVP-Ortschef Schrammel jedoch nicht denken, denn für ihn gehört das zusammen: „Die Gemeinde kann nicht ohne Dorferneuerung und die Dorferneuerung nicht ohne Gemeinde.“