Wasser für die Fische in Bad Fischau-Brunn. In den Kasernenteich wird Trinkwasser gepumpt, um den Fischbestand zu erhalten – das sorgt für Kritik.

Von Doris Damböck. Erstellt am 04. Juli 2020 (05:10)
Dem Kasernenteich wird Trinkwasser zugeführt, damit der Fischbestand erhalten bleibt.
zVg

Im Kasernenteich ist der Wasserbestand derart niedrig, dass die Fische in Gefahr sind, der Lehmteich auszutrocknen und dadurch undicht zu werden droht. Die Gemeinde speist deshalb Trinkwasser aus der Mitterndorfer Senke ein. Es wurden aber Stimmen laut, die genau dieses Vorgehen kritisieren. Seit nunmehr drei Wochen fließt Wasser über einen Feuerwehrschlauch in den 7.000 Quadratmeter großen Teich hinein.

Michael Artner von der Zukunftsunion zeigt sich entsetzt darüber: „Das gleicht einem umweltpolitischen Skandal.“ Die Wassermenge sei laut Artner nicht klar, er schätzt diese aber bis dato etwa auf 20 bis 25 Millionen Liter Wasser. „Hier wird wertvolles Trinkwasser verschwendet.“ Man hätte den Teich auch ausfischen und die Fische umsiedeln können.

ÖVP-Bürgermeister Reinhard Knobloch erklärt, dass diese Maßnahmen auf Druck der Bevölkerung erfolgt seien. „Die Leute machen sich Sorgen um den Fischbestand, der im seichten Wasser zu ersticken droht“, und „nach den letzten Niederschlägen haben wir keine Wassernot.“ Grüne-Gemeinderätin Barbara Posch versteht nicht, warum gerade Trinkwasser für die Fische verwendet wird. „Wasser aus der Mitterndorfer Senke in den Hochdruckbehälter zu pumpen, es dort mit Chlor zu versetzen um dann einen Fischteich damit zu befüllen, klingt für mich fast wie ein Schildbürgerstreich.“ Angesichts der zunehmenden Trockenheit sollte die Gemeinde möglichst wassersparend wirtschaften.

In 45 Jahren musste drei Mal bewässert werden

Peter Pasaurek, Obmann des Fischereivereins klärt auf: „Das chlorierte Trinkwasser wird in einem so geringen Mischverhältnis zugeführt, dass es nicht schadet. Für uns Menschen ist es ja auch nicht gesundheitsgefährdend.“ In den letzten 45 Jahren hat der Kasernenteich dies bereits drei Mal miterlebt und diese Maßnahmen haben laut Pasaurek immer gut funktioniert. Auszufischen sei außerdem keine Option, denn das versetzte die Fische nur in unnötigen Stress. Die Trinkwasserzufuhr wird demnächst wieder eingestellt, denn „aufgrund des Regens sind die Böden gesättigt und der Teich erreicht bald wieder sein normales Niveau.“

Eine Bitte hat der Obmann zum Schutz der Fische: „Das Füttern der Fische mit Lebensmitteln soll in Zukunft unterlassen werden.“