Ärger über „Park-Falle“ in Wr. Neustadt. Für kurzes Parken auf einer privaten Stellfläche in der Spitalgasse zahlte Herr P. 250 Euro. Er vermutet eine versteckte Kamera, die Falschparker beobachtet.

Von Philipp Hacker-Walton. Erstellt am 24. Februar 2021 (04:34)
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Einige Runden hatte er auf der Suche nach einem freien Parkplatz schon in den Gassen rund um das Landesklinikum gedreht, sagt Herr P., ehe er einen vermeintlich freien Platz in der Spitalgasse entdeckte: „Ich habe mich dort hingestellt, zehn Minuten auf meine Frau gewartet, die im Spital war, und Zeitung gelesen. Ich bin nicht einmal aus dem Auto ausgestiegen“, schildert Herr P.

Wenige Tage später kam per Post ein Brief von Anwalt Hans Peter Kandler – Herr P. sollte dafür bezahlen, dass er auf seinem Privatparkplatz gestanden sei. Andernfalls drohe ihm eine Besitzstörungsklage. Herr P. wagte den Gang vor Gericht: Erst dort, sagt er, sei ihm bewusst geworden, dass der Platz, auf den er sich gestellt hatte, mit gelben Linien gekennzeichnet war. P. entschloss sich, zu zahlen: 250 Euro, damit war die Sache erledigt.

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„Es wird wohl rechtens sein, aber ich finde es nicht richtig“, sagt Herr P. im Gespräch mit der NÖN: „250 Euro für zehn Minuten Falschparken, wo ich noch dazu im Auto gesessen bin – sollte ich jemandem im Weg gewesen sein, hätte man es mir ja sagen können.“

Anwalt Hans Peter Kandler sagt zur NÖN, er habe die Parkplätze angemietet und brauche sie für seine Klienten. Hinweistafeln seien gestohlen, Absperrungen weggerissen worden; mit den gelben Linien, sagt Kandler, seien die Plätze „klar und deutlich gekennzeichnet“.

Eines hat Herrn P. noch beschäftigt: Wie wurde sein Falschparken so rasch bemerkt? Seine Vermutung: Die Stellplätze könnten per Video überwacht werden. Etwa durch eine Kamera in einer Vogel-Attrappe, die P. am Wohnhaus gegenüber den Parkplätzen ausmachte?

Advokat Kandler sagt zur NÖN, er habe mit einer etwaigen Kamera nichts am Hut: „Dass dort ein Vogel mit einer Kamera sitzen soll, das höre ich jetzt zum ersten Mal.“