Bausperre für das ganze Stadtgebiet. Bei Neubauten mit mehr als zehn Wohneinheiten will die Stadt mitreden, um die Entwicklung zu steuern.

Von Philipp Hacker-Walton. Erstellt am 19. Februar 2019 (05:20)
Stadt/Michael Weller
Stadt-Baudirektor Manfred Korzil, Stadtrat Franz Dinhobl, Bürgermeister Klaus Schneeberger und Robert Schweighofer, Leiter der Stadtentwicklung.

Es ist ein drastischer Schritt: Die Stadt verhängt mit sofortiger Wirkung eine Bausperre für das gesamte Stadtgebiet. Diese gilt für neue Projekte mit mehr als zehn Wohneinheiten und ist auf zwei Jahre befristet. Bis der Stadtentwicklungsplan „STEP 2030“ fertig ist (planmäßig im Spätherbst 2020), sollen große Wohnbauprojekte nur genehmigt werden, wenn sie vom Fachbeirat der Stadt ausdrücklich empfohlen werden.

„Wir wollen damit Verbauungstendenzen entgegenwirken und die Stadtentwicklung auf eine breite, fundierte Basis stellen“, sagt Bürgermeister Klaus Schneeberger: „Wir schaffen damit die Voraussetzungen für ein geordnetes Wachstum unter Wahrung der so wichtigen Grünräume.“

"Wiener Neustadt ist eine junge Stadt"

Das Wachstum der Stadt habe viele Vorteile, sagt Schneeberger: „Wiener Neustadt ist eine junge Stadt, es wächst die Kaufkraft, damit auch die Abgaben und Kommunalsteuern.“ Gleichzeitig bringe das Wachstum Herausforderungen bei der Infrastruktur mit sich – etwa bei Kindergärten und Schulen, beim Straßenbau oder auch für das Kanal- und Wassernetz: „Das Wachstum der Stadt muss mit Augenmaß erfolgen.“

Baustadtrat Franz Dinhobl verweist darauf, dass Bauprojekte, die während der Erstellung des „STEP 2030“ eingereicht werden, diesen nicht konterkarieren dürften: „Mit der neuen Bausperre bis zum Ende des STEP geben wir dem Beirat ein weiteres Werkzeug in die Hand, um großvolumige Bauvorhaben auch zu steuern, wenn sie den Intentionen der Stadt und den Zielen des STEP widersprechen.

So stellen wir sicher, dass während des STEP keine Schritte passieren, die eine professionelle Stadtentwicklung verhindern.“ Laut Dinhobl entstehen in der Stadt jährlich zwischen 200 und 300 Wohneinheiten, rund 3.000 seien „in der Pipeline, auch wenn klar ist, dass nicht alle realisiert werden“.