Ex-Partnerin erstochen: Zeugen befragt. In Wiener Neustadt ist am Dienstag ein Mordprozess gegen einen 43-Jährigen, der im Jänner seine ehemalige Lebensgefährtin erstochen haben soll, fortgesetzt worden.

Von APA Red. Erstellt am 25. Juni 2019 (10:58)
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Im Wiener Neustädter Mordprozess sind am Dienstag bisher die Stalkingvorwürfe gegen den Angeklagten im Zentrum gestanden. Der Mann soll nicht nur seine 50-jährige frühere Partnerin, die er im Jänner erstochen haben soll, sondern auch eine andere Ex verfolgt und ihr beleidigende Nachrichten geschrieben haben. Die Mutter sagte als Zeugin aus, ihre Tochter habe "riesige Angst" vor dem Mann gehabt.

"Sie war fertig mit den Nerven", erzählte die 59-Jährige über das Stalking-Opfer, das zuvor unter Ausschluss der Öffentlichkeit kontradiktorisch befragt wurde. Die Frau war laut ihrem Arbeitgeber "gebrochen" und "komplett am Boden": "Sie hat sich nicht alleine heimgehen getraut."

Das Opfer schaltete die Polizei ein, die Folge war den Angaben zufolge eine Wegweisung. Der Angeklagte war bereits vor Monaten ebenfalls in Wiener Neustadt wegen beharrlicher Verfolgung seiner Ex-Lebensgefährtin verurteilt worden, das Stalking soll danach aber den Aussagen zufolge weitergegangen sein.

Mutter, Schwester und Arbeitgeber belästigt

Auch der Mutter, der Schwester und dem Dienstgeber der Frau soll der Beschuldigte Nachrichten, Fotos, Videos sowie Beschimpfungen via Handy und Facebook geschickt und Postings auf der Website ihres Arbeitgebers hinterlassen haben.

Die Zeugenbefragungen wurden am Dienstagnachmittag abgeschlossen, der Prozess wird nach einer Pause um 14.30 Uhr fortgesetzt.

Der Beschuldigte soll heuer am 9. Jänner seiner Ex-Partnerin vor ihrem Wohnhaus im Bezirk Wiener Neustadt-Land aufgelauert und die Frau mit 15 Stichen getötet haben. Weiters wird ihm vorgeworfen, Familienmitglieder der 50-Jährigen sowie eine andere frühere Lebensgefährtin gestalkt zu haben.

Der 43-Jährige ist wegen Mordes, beharrlicher Verfolgung, gefährlicher Drohung, schwerer Nötigung und fortgesetzter Belästigung im Wege eines Computersystems angeklagt. Er bekannte sich schuldig. Ein Urteil soll am heutigen Tag fallen. Dem Mann droht lebenslange Haft und eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.

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