Gastro-Öffnung: Start mit neuem Gesicht. Einige Wirte nutzten Lockdown zur Rundumerneuerung. Freude auf Stammkunden ist groß.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 12. Mai 2021 (05:45)
Oliver Andersch in seinem neuen Witetschka – unter anderem mit prunkvollem Luster.
Schranz

Am 1. November übernahm Oliver Andersch das Kult-Kaffeehaus Witetschka von Herbert Willfurth. Am 3. November kam der Gastro-Lockdown, der bis jetzt dauerte. „Es war schwierig. Im November hieß es, wir können im Dezember aufsperren, im Dezember im Jänner. Jetzt ist es Mitte Mai geworden“, sagt der Gastronom. Umso mehr freue er sich auf die Eröffnung. Das Lokal wurde renoviert, „wir haben jetzt einen Barbereich und einen Kaffeehausbereich – und natürlich unseren Schanigarten“, erklärt Andersch. Auf letzteren setzt er besonders: „Die Regelungen sind innen schwierig umzusetzen, da kommt uns der große Schanigarten natürlich zugute – wenn das Wetter passt“, meint er.

Den Lockdown-Marathon hat auch Evris Mavrofrydis genutzt, um sein Griechisches Restaurant aufzupolieren. „Wir arbeiten viel mit Licht, das Gewölbe kommt jetzt besser zur Geltung, Alt trifft Neu“, stellt er bei einem Besuch der NÖN fest. Die letzten Monate seien nicht leicht gewesen. „Unser Abholgeschäft lief gut, aber ich habe keinen Kontakt mit meinen Stammgästen – das fehlt mir sehr“, stellt Mavrofrydis fest. Um die Abstandsregeln einhalten zu können, wird innen jeder zweite Tisch leer bleiben, „wir werden allerdings unter der Woche von 11 bis 22 Uhr durchgehend geöffnet haben, um den Gästen insgesamt mehr Essenszeit bieten zu können“, hofft der Wirt den Schaden begrenzen zu können. Ein großer Trumpf ist sowieso der schöne Schanigarten unter den Weinreben im Kloster-Innenhof – auch der wird gerade renoviert.

Backhaus freut sich auf Fisch

Für Haubenkoch Bernhard Gruber vom Alten Backhaus in der Bahngasse waren die letzten Monate trotz Lockdown schweißtreibend – das Abholgeschäft hatte es in sich. Dabei musste der Spitzenkoch aber auf so manche Gerichte verzichten: „Steak, wo es auf jede Minute ankommt, ist schwierig oder auch Fisch, weswegen viele Gäste zu uns kommen“, erklärt er. Deswegen habe es das eine oder andere Schmorgericht mehr auf der Karte gegeben, „das macht jetzt wahrscheinlich erst einmal Pause“, lacht der Lokalchef. Wie seine Kollegen freut auch er sich auf viele Reservierungen in den ersten Öffnungstagen.

Susi Karas, Chefin des Colibri-Stüberl im Alten Rathaus, kann sogar mit einer besonderen Geschichte aufwarten: „Ich habe Stammgäste, die haben sich am ersten Öffnungstag einen Urlaubstag genommen, um bei uns zu Mittagessen zu können.“ Und obwohl das Abhol- und Liefergeschäft top gelaufen ist, freut auch sie sich auf einen Plausch mit ihren zahlreichen Stammgästen, „dafür ist man schließlich Wirtin“, betont sie.

Auch Samuel Osipov, Besitzer des Elit am Hauptplatz kann es kaum erwarten, dass es wieder losgeht, denn: „Der Kaffee zum Abholen in den letzten Monaten war nur Beschäftigungstherapie für mich“, gibt er zu. Er glaubt, dass sich das Hauptgeschäft in die Schanigärten verlagern wird. Deswegen wurde ein neuer Sonnenschirm angeschafft, der diese Tage geliefert und aufgestellt wird – übrigens auch mit Heizstrahlern. „So können die Gäste auch am Abend sitzen bleiben, wenn es die nächsten Wochen kühl sein sollte“, sagt Osipov. Skeptisch ist er, was das Tagesgeschäft betrifft. „Für ein oder zwei Cocktails am Abend werden sich die Leute testen – aber ob das für den schnellen Kaffee untertags gilt, wird sich noch zeigen.“

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