Konzerte trotz Virus in den Kasematten. Die Orchester proben für geplante Auftritte oder auch nur, um „nicht aus der Übung zu kommen“.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 26. September 2020 (04:35)
Die Musiker und Musikerinnen der Orchester. Am Foto: Die Wiener Neustädter Instrumentalisten, proben aber nicht alle werden auftreten.
Baldauf

Die Neustädter Konzertfans können aufatmen, auch in diesem Herbst und Winter wird es – voraussichtlich – Musikabende mit den gewohnten Orchestern geben.

Gespielt wird allerdings nur in der „Neuen Bastei“ der Kasematten, weil dort „die Bühne größer ist als im Sparkassensaal und damit die vorgeschriebenen Abstände für die Musiker untereinander besser eingehalten werden können“, so Christa Reiner von der Stadtgemeinde.

Die Tonkünstler haben ja schon in Grafenegg gezeigt, dass sie auch unter Corona-Bedingungen spielen können. Ute van der Sanden: „Wir proben wie gehabt im Musikverein, wo viel Platz ist und kürzen unsere Programme etwas, um ohne Pause spielen zu können.“ In Wiener Neustadt ist das Orchester bis auf weiteres am 17. Oktober gleich zweimal hintereinander zu hören, nämlich um 18 und um 20.30 Uhr.

Die Wiener Neustäder Instrumentalisten bestreiten in dieser Saison einen Konzertzyklus mit drei Abenden, 2. Oktober, 13. November und 19. Mai, in den Kasematten. Friedrich Krajnik: „Wir können corona-konform proben, mit zwei Metern Abstand für die Bläser und gut einem Meter für alle anderen Musiker.“ Derzeit arbeite man am Programm für das kommende Jahr.

Zu wenig Platz oder zu wenig Abstand

Weniger rosig schaut es für das Merkur-Orchester aus. PaulKaracson: „Wir haben am 7. September wieder zu proben begonnen mit allen nur möglichen Vorsichtsmaßnahmen, aber mit Auftritten schaut es traurig aus.“ Beim Neujahrskonzert tritt traditionell auch ein Ballett auf, was im Theater heuer nicht machbar sei. „Wir überlegen in den Kasematten zu spielen, als Ersatz für unser Neujahrskonzert – ohne Tänzer – aber das muss noch besprochen werden.“ Nachsatz: „Wir wollen spielen und wir werden auch spielen.“ Auch für die Musiker und Musikerinnen von der Eisenbahnermusik „Flugrad“ scheint es ein sehr ruhiger Herbst und Winter zu werden.

Obmann Daniel Spitzer: „Unser traditionelles Konzert im Winter ist uns heuer zu heikel, deshalb war der Frühschoppen letzten Sonntag der letzte Auftritt für die nächste Zeit.“ Geprobt wird dennoch, denn „wir müssen ja schauen, dass wir nicht aus der Übung kommen. Alle Mitglieder des Orchesters haben eines gemeinsam – die Hoffnung liegt auf dem nächsten Jahr und dass dann vielleicht – dank Impfung – wieder ‚alles normal wird‘“.